Über uns

30. Oktober 2009

Drei Köpfe, ein Team

Im Herbst 2007 hatten Lars Döhmann und Horst-Dieter Görg die Veranstaltung 2000 km durch Deutschland übernommen. 2008 wurde die Jubiläumstour durchgeführt – 75 Jahre nach dem ersten Start als Non-Stopp-Tour und 20 Jahre nach der ersten Neuauflage als Zuverlässigkeitsfahrt für Oldtimer. 2009 fuhr Stephan Lützenkirchen im Team der Organisatoren mit und entschied sich anschließend zur Beteiligung. Seit Anfang des Jahres gibt es die 2000 km durch Deutschland GmbH. Die drei Organisatoren werden von einem starken Team unterstützt, allen voran Alexandra Fredrich, die in der Geschäftsstelle die Fäden in der Hand hält. Weitere Eckpfeiler während der Veranstaltung sind Louise Borsch (Hotel), Maarten Vermeulen (Zeitnahme), Peter Borsch (Parkplatz), Mike Braun (Schlussfahrzeug), Tim Stettner (EDV), Werner Miebach und Thomas Schmühl (Umwelt). Sie werden von einer Schar freundlicher und engagierter weiterer Helfer unterstützt. An dieser Stelle möchten wir allen Beteiligten ausdrücklich für ihr Engagement im Sinne der Veranstaltung danken!

Hier stellen wir uns kurz persönlich vor:

Führungstrio: Horst-Dieter Görg, Lars Döhmann, Stephan Lützenkirchen

Lars Döhmann

Traumauto des Autotesters Lars Döhmann: Porsche 911

Der gebürtige Bochumer, Jahrgang 1959, wuchs in einem Haushalt auf, in dem das Auto ein regelmäßig erneuerter Gebrauchsgegenstand war. Das Prestige spielte keine Rolle, Hauptsache es war kein Mercedes. Der Admiral A V8 durfte daher auch als Kletterhilfe mit Schuhen bestiegen werden.

Den Führerschein erhielt ich mit 18, Klasse 1 und 3 für Motorrad und Auto. Nach etlichen Schwarzfahrten im Citroen GS Club meiner Mutter rasselte ich prompt durch die praktische Prüfung. Völlig unbeleckt von Motorraderfahrungen klappte es dagegen auf Anhieb. Mit der Zulassung zum Abitur kam das erste Auto, ein Renault 5 mit 34 PS. Der wurde liebevoll kaputtgeschraubt, als Ersatz folgte ein giftgrüner Renault 6 mit 48 PS. Noch während der Lehrzeit wurde der getauscht gegen einen neuen Renault 14, der aufgrund seiner zahlreichen Mängel nach einem dreiviertel Jahr wieder abgestoßen wurde. Darauf folgte eine Auto-freie Zeit: Yamaha RD 250/ 350, luftgekühlt und eigenhändig frisiert, Yamaha XS 1100, Honda CB 750 K7, Moto Guzzi V7 Special, Honda XL 185 S hießen die Fahrzeuge, nebenbei wurde die Kastenente der Freundin genutzt.

Die Modelle und Marken weiterer Autos waren dann: Renault 16 TX, Renault 4, Mercedes 230.4 des so genannten Strich 8, Mercedes 280 SE (W 108), Peugeot 504 Break, Alfasud, Citroen CX Break, Citroen AX und AX GT, BMW 525 eta, BMW 530i, Golf IV Variant, Ford Mondeo Turnier und zwischendurch heiratete ich einen Peugeot 304 von 1971 und bekam mit deren Besitzerin zwei wunderbare Kinder.

In den Motorrad-intensiven Jahren in Stuttgart bekam ich als Student Kontakt zur Zeitschrift MO, für die ich bald als freier Autor schrieb. So vergrößerte sich die Auswahl um das reiche Angebot an Testmotorrädern der Industrie. Das war später bei Motorrad und PS genauso. In vier Stunden von Bremen nach Stuttgart zu fahren oder in zwei November-Wochen 6000 Kilometer abzuspulen gelang dank bis zu 280 km/h schneller Kawasakis ganz einfach. Als Redakteur von Motor Klassik durfte ich leider meist nur als Zuschauer und Beifahrer genießen, für Motorrad Classic aber ging es auch auf Rennstrecken zu Gleichmäßigkeitsläufen im Gespann oder mit einer Norton Domiracer auf den Nürburgring.

Später bei der Autozeitschrift mot testete ich alle Neuwagen (und Reifen), wir ermittelten Beschleunigungs- und Bremswerte. Manche Antriebswelle zerfetzte dabei. Ob Fiat Cinquecento, Porsche turbo oder Mercedes 600 – alles wurde bis in den Grenzbereich getrieben. Als mot-Redakteur nahm ich schließlich im Jahr 1992 auch auf Teiletappen der 2000 km durch Deutschland im Fiat Balilla von 1934 teil und berichtete von Gänsehaut erzeugenden Fahrten durch eng gedrängte Menschenspaliere, dem unsynchronisierten Dreiganggetriebe und der atemberauben Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h.

Bei zehn Teilnahmen am 24 h-Rennen auf der Nordschleife und fünf 25 h-Rennen in Spa-Francorchamps befriedigte ich die Gelüste am Renntempo. Die Ehefrau ging andere Wege, ließ aber den Peugeot bei mir. Vor drei Jahren bekam er Gesellschaft durch einen Porsche 911 3.0 SC targa, der im letzten Jahr das H-Kennzeichen erhielt.

Horst-Dieter Görg

Meilenstein bei Diesel-Pkw: Hanomag Rekord von H.-D. Görg

Das Technik-Fieber kam bei mir recht spät: Fasziniert hat mich 1967 ein VW 1600 mit Flachmotor. Für die Urlaubsfahrt der Familie standen dort zwei Kofferräume zur Verfügung – welcher Luxus! Aber es war eben noch Vaters Auto. Ich selbst wurde mit einer Zündapp C50 Sport mobil, für die ich ein halbes Jahr Zeitungen austrug, um die Anschaffung selbst zu finanzieren. Mit Karl Hoppe fand sich immerhin ein ehemaliger Motorrad-Vize-Weltmeister, der dem alten Hobel richtig Beine machte. Auf zwei Rädern ging es später mit einer Honda CB 250 G, einer Yamaha SR 500 und schließlich einer BMW R 100 S weiter – im wahrsten Sinne des Wortes: Die meisten großen Fernreisen in den Süden und Norden Europas wurden mit der „Gummi-Kuh“ problemlos gemeistert.

Mein erstes Auto war 1977 ein VW-Käfer 1200 Export, dem noch sechs weitere folgen sollten, zwei davon auch als Cabrio von Karmann. Interesse am Rallye- und Orientierungs-Sport kam bereits 1979 dazu. Über VW-Bus T1 und T2, einen frühen Audi 80 und ein recht seltenes, aber auch sehr rostiges Peugeot 304 Coupé kam dann 1981 nach Abschluss der Bundeswehrzeit der erste Oldtimer in die Garage, ein Hanomag Kurier von 1934. Den galt es noch zu restaurieren. Hanomag wurde fortan die Marke, zumal die Fabrik in Hannover-Linden beim Studium der Volks- und Betriebswirtschaft quasi vor der Haustür lag. Nach einem Kommißbrot und einem 1,3-Liter Autobahn ist es heute ein Hanomag Rekord Diesel von 1939.

Nach dem Studienabschluss suchte ich ab 1986 meinen beruflichen Schwerpunkt im Museums- und Ausstellungsbereich, wodurch ab 1991 erste erfolgreiche Publikationen zustande kamen, die keine Ausnahme blieben. Flugzeuge rundeten über das Luftfahrt-Museum in Hannover-Laatzen und den mit initiierten Nachbau eines Flugzeugs von 1903 meinen Technik-Horizont ab, Devise: Hauptsache, es hat einen Motor, knattert und kommt aus der Region Hannover! Aber mittlerweile darf es auch mal eine Dampfmaschine sein …

Über F-Kubik, das Forum für Fahrzeuggeschichte, gab es Anfang 2006 einen sehr regen Kontakt zu Günter Krön, der seine Oldtimer-Rallye in jüngere Hände legen wollte. Der Rest ist bekannt: Nach „Einweisungsfahrt“ als Helfer bei der 2007er-Veranstaltung haben Lars Döhmann und ich Ende 2007 die Organisation dieser Traditions-Rallye übernommen, die wir nun zu dritt, gemeinsam mit Stephan Lützenkirchen – mit einem motivierten Helfer-Team und vielen guten Ideen – zu neuen Höhen bringen werden.

Stephan Lützenkirchen

Der infizierte ihn früh: Porsche 911 von Stephan Lützenkirchen

Das Autovirus hat mich bereits im sechsten Lebensjahr infiziert. An der Hand meiner Mutter drehte ich mich 1963 nach Christus mindestens fünf Minuten nach einem weißen Sportwagen mit einem tollen Sound um. Sound und Form brannten sich in meinen kleinen Kopf ein und ich stellte kurze Zeit später fest, dass es sich bei dem Sportwagen um den gerade erschienenen Porsche 911 handelte. Die erste Kaufentscheidung in Sachen Auto war damit gefallen und heute gehört ein weißer Porsche 911 SC aus 1981 zur Familie.

Mein erstes Auto war jedoch mangels finanzieller Mittel erstmal ein VW Käfer, später auch als Cabriolet. In meinem langen Autoleben habe ich natürlich viele Autos gefahren und besessen. Die Aufzählung würde hier den Rahmen sprengen. Das Interesse für Oldtimer entwickelte sich ab 1980. Regelmäßige Messebesuche und Oldtimertreffen sowie entsprechende Zeitschriften wie Oldtimer-Markt und Motor-Klassik formten meine Wünsche nach mehr. Meinen ersten Berufswunsch – Autohändler – habe ich dagegen nicht verwirklicht, sondern ich bin tatsächlich Steuerberater geworden.

Mein erster Oldtimer war ein Frauenauto, ein MB 190 SL. Hier waren die schöne Form und das offene Verdeck noch ausschlaggebend. Später war vor allem V8-Sound entscheidend. Das schönste Oldtimererlebnis habe ich mir im Jahr 2002 selbst geschenkt: Eine Teilnahme bei der „2000 KM durch Deutschland“ war es. Ich fuhr aber nicht in meinem eigenen Oldtimer, sondern es wurde eine Genussreise im schönen Setra-Bus S9 aus 1959. Dieser Bus begleitet ja auch heute noch die „2000 KM durch Deutschland“. Mit dem Marketingleiter Udo Sürig, der damals wie heute tageweise selbst das große Lenkrad in die Hand nimmt, hatte ich viel Spaß und in der Setra-eigenen Kühlbox stand immer ein gekühltes Bierchen für Mitfahrer zur Verfügung. Ab 2003 gehörte neben kleineren Rallyes die „2000 KM durch Deutschland“ fast immer zum Terminplan.

Das aufregendste Oldtimererlebnis hatte ich mit meiner Shelby Cobra im Jahre 2006 als Teilnehmer bei der „2000 KM durch Deutschland“ – acht Tage lang Roadsterfahren bei Superwetter mit echtem V8-Sound. 2009 hatte ich dann die Gelegenheit, im Team der 2000 KM mitzufahren. Danach entschied ich mich – natürlich mit Erlaubnis meiner inzwischen ebenfalls Oldtimer-infizierten Manuela – Mitveranstalter der „2000 KM durch Deutschland“ zu werden. Der neuen Gesellschaft kommt natürlich mein berufliches Know-How zu Gute. Danke an die Kollegen Lars Döhman und Horst-Dieter Görg für die freundliche Aufnahme! Ich freue mich auf viele atemberaubende Rallyewochen in den nächsten Jahren und wünsche allen jetzigen und zukünftigen Teilnehmern sowie allen Teammitgliedern immer ausreichend Benzin im Blut.

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