55 Jahre Renault 16: familienfreundliches Raumwunder

30. März 2020

Jubiläum für einen automobilen Meilenstein: Mit dem Renault 16 präsentierte der französische Automobilhersteller vor 55 Jahren die erste Mittelklasse-Limousine mit Schrägheck, großer Kofferraumklappe und variablem Innenraumkonzept. Der als Antwort auf den Babyboom der 60er-Jahre konzipierte Renault 16 war bei seiner Präsentation im März 1965 eine automobile Sensation und ließ die konventionellen Stufenheckmodelle mit einem Schlag alt aussehen.

Renault 16 mit den Doppelscheinwerfern, wie sie der TX trug. Foto: Renault

Elegant wie eine Limousine und dabei geräumig und wandlungsfähig wie ein Kombi, lautete die Vorgabe des damaligen Renault Präsidenten Pierre Dreyfus für das neue Familienauto. Gaston Juchet gelang schließlich der wegweisende Entwurf eines Viertürers mit Schrägheck und je drei Seitenscheiben. 1965 feierte der Renault 16 auf dem Genfer Auto-Salon seine Messepremiere mit einem überwältigenden Presseecho: „Sieg der Vernunft: innen größer als außen”, jubelte die Zeitschrift „hobby” und selbst die „auto motor und sport” schrieb von einem „neuen Begriff in der Mittelklasse”.

Der Renault 16 bestach durch eine bis dahin nicht gekannte Innenraumvariabilität und wurde zusammen mit seiner Wirtschaftlichkeit und dem Oberklasse-Gefühl zum Publikumsliebling. Es folgten Top-Verkaufsergebnisse und die Auszeichnung als „Auto des Jahres 1965”. 1972 rollte in Sandouville der einmillionste Renault 16 vom Band. Selbst als Ende 1975 der Nachfolger Renault 20 auf den Markt kam, bedeutete dies nicht das Aus für den Renault 16: Noch bis zum Januar 1980 wurde er weiter produziert. Insgesamt baute Renault 1.845.959 Exemplare dieses Meilensteins in der Unternehmensgeschichte.

Mehr Platz innen als außen – naja, fast. Aber der Renault 16 ist beladefreundlich dank großer Heckklappe und relativ niedriger Ladekante und er hat einen variablen Innenraum. Ein echtes Talent eben! Foto: Renault

Soweit äußert sich Renault aktuell zu dem Wagen, aber es gibt noch eine persönliche Erfahrung. Ende der 1970er-Jahre kaufte ich als Steigerung nach R5 und R6 für 400 D-Mark einen R 16 TX, giftgrün. Mit ihm kam ich nicht weit. Das lag mit Sicherheit an mir selbst, denn den Hinweis des Verkäufers, das Thermostat sei defekt, habe ich geflissentlich ignoriert. So kam, was kommen musste: Die Kühlmitteltemperatur stieg in den roten Bereich und irgendwann qualmte es unter der Motorhaube hervor. Wie der schöne Wagen dann wieder zum Verkäufer zurück kam, weiß ich nicht mehr. Vermutlich einfach per Achse – mit Abkühlpausen. Dort angekommen, erhielt ich sogar mein Geld zurück. Aber der schöne 16er mit seinen kuschelweichen Sitzen, dem kräftigen 90 PS-Motor und der schönen Uhrensammlung im Armaturenbrett war für mich perdu.

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