BCM 2020: Rendezvous der alten Rivalen

11. Oktober 2019

„Kampf um den Vorrang, Nebenbuhlerschaft“: Derart schlicht definiert der Duden den Begriff Rivalität. Was unschuldige Kraftfahrzeuge mit diesen sehr menschlichen Bemühungen zu tun haben? Nur als Transportmittel betrachtet gar nichts. Als Projektionsflächen wetteifernder Zeitgenossen jedoch werden sie zu erbitterten Duellanten stilisiert. „Anders gesagt: Die Rivalität zwischen Ford-Capri- und Opel-Manta-Fans macht den Ford Capri und den Opel Manta selbst zu Rivalen“, sagt Frank Ruge, Projektleiter bei der Messe Bremen. Von Freitag bis Sonntag, 31. Januar bis 2. Februar 2020, werden sich die beiden legendären Coupés wieder gegenüberstehen – neben sechs weiteren berühmten Paarungen klassischer Kontrahenten aus der Autogeschichte. Wo? Auf der Bremen Classic Motorshow, der ersten Oldtimer-Messe des Jahres – natürlich im Rahmen der traditionellen Sonderausstellung, die diesmal den Titel „Rivalen!“ trägt.

Rivalen auf höchster Ebene und weitere Leckereien bietet die Bremen Classic Motorshow im Jahr 2020. Foto: Messe Bremen/ M3B GmbH/ Seekamp Stefan Vorbröcker

Manta gegen Capri: Dieses Sparring prägte die Autowelt der 1970er-Jahre wie kein anderes. Zwar bestand die Rivalität beider Marken schon lange vorher, wie die Sonderschau anhand von Opel Rekord P2 und der Ford-„Badewanne“ Taunus 17M darstellt. Aber erst mit dem Duell der Familiencoupés im modisch-rasanten Sportdress erreichte sie ihren Höhepunkt. „Weil sich deren Käufer nicht in nüchterner Vernunft entschieden, sondern aus Begeisterung“, erklärt Frank Ruge. Ein Umstand, der sich auf eine simple Formel reduzieren lässt: je emotionaler ein Automodell, desto größer sein Potenzial für Rivalität. Wobei der emotionale Faktor vielschichtig entstehen kann. Mittels genialer Technik oder überlegener Fahrleistungen etwa. Oder – siehe Manta und Capri – durch aufregendes Design.

Nochmals facettenreicher sind die Menschen, die unschuldige Autos zu Rivalen machen. Konzernlenker, Ingenieure, Werbetexter, Händler und Käufer sind darunter. Vor allem aber Verehrer aller Altersklassen, deren angebetete Karossen ewige Träume bleiben – von der Kinderzimmerwand bis zum Seniorenstammtisch. Während des Wirtschaftswunders galten die Luxus-Roadster Mercedes-Benz 300 SL und BMW 507 als epochale Traumautos. Ein gutes Jahrzehnt später, um 1970 herum, buhlten italienische Supersportwagen à la Ferrari Daytona und Lamborghini Miura um die Poleposition der Partykeller-Dekoration. Und in den späten 1980ern bestritten das Hightech-Wunderwerk Porsche 959 sowie der spartanische Ferrari F40 das Rennen um Platz eins als Poster-Motiv. Ehrensache, dass die Bremen Classic Motorshow auch diese historischen Duelle präsentiert.

Das andere Extrem der Rivalen bilden bodenständige Sparmobile wie VW Käfer und DKW Junior. Viertakt, Luftkühlung, Heckantrieb kontra Zweitakt, Wasserkühlung, Frontantrieb: ein Kampf der Konzepte, den deren Missionare vor rund 60 Jahren mit fast religiösem Eifer ausführten. Wie viel später die Anhänger des Opel Kadett GT/E und des VW Golf GTI. Diese sozialen Stellungskriege destillieren in einer weiteren mathematischen Gleichung: je enthusiastischer die Anhänger eines Autotyps, desto leidenschaftlicher dessen Gegner. Die Besucher der Bremen Classic Motorshow 2020 dürfen sich also nicht nur auf ein Rendezvous mit ihren Lieblingsklassikern freuen – sondern insbesondere auch auf ein Wiedersehen mit deren alten Rivalen.

Die Bremen Classic Motorshow findet statt von Freitag bis Sonntag, 31. Januar bis 2. Februar 2020, in allen Hallen der Messe Bremen sowie in der mobilen Halle 8. Die Hallen sind von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet 16 Euro.

Mehr Informationen: www.classicmotorshow.de

 

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