Geile Nummer: 911, das Meisterstück aus Zuffenhausen

29. November 2018

Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt schlägt die Geburtsstunde einer Legende. Es ist der 12. September 1963: Porsche präsentiert den mit Spannung erwarteten Nachfolger des 356 – jenes Sportwagens, mit dem 15 Jahre zuvor im österreichischen Gmünd die Markengeschichte des Automobilherstellers begonnen hatte. Der Ur-Elfer, zunächst 901 benannt, wird mit Vier- (beim 912) und Sechszylindermotoren als Coupé und Targa bis zu seiner Ablösung 111.995 Mal gebaut.

Der begehrenswerteste Ur-Elfer ist der Carrera mit dem markanten Entenbürzel über der Motorhaube. Foto: Porsche

Zehn Jahre später – 1973 – startete der 911 der G-Serie mit den tiefgreifenden Veränderungen. Viele Änderungen werden aufgrund strengerer Sicherheitsvorschriften im wichtigen Export-Markt USA notwendig. Der Stuttgarter Automobilhersteller setzt beim Spitzenmodell auf leistungsstarke Turbomotoren, generell eine verzinkte Karosserie und bringt zusätzlich zum Targa eine Cabriolet-Version des 911 sowie den Speedster auf den Markt. 198.496 Porsche 911 der G-Serie entstehen bis 1989.

Ab 1974 heißt der 911er G-Modell mit wuchtigeren Stoßstangen und Gummibälgen. Foto: Porsche

Der Nachfolger, intern Typ 964, genannt, kommt schon 1988 auf den Markt. Wie fortschrittlich der neue Elfer ist, zeigt gleich die erste Modellvariante der Generation 964: An Bord des Carrera 4 zieht erstmals der Allradantrieb in die Baureihe ein. Konzipiert hatte Porsche ihn für den Hochleistungs-Sportwagen 959. Der 911 Carrera 2 mit Heckantrieb folgt 1989. Zeitgleich feiern neben dem Coupé auch die Cabriolet- und Targa-Versionen ihr Debüt. Auch für sie gilt: Unter der vertrauten, praktisch nur mit integrierten Stoßfängern modifizierten Karosserie besteht der Typ 964 zu 85 Prozent aus neu konstruierten Teilen. Ab Oktober 1993, nach 63.762 Porsche 911 der dritten Generation innerhalb von sechs Jahren, steht der Nachfolger bereit.

,…

Als Typ 964 bleibt der 911 ein Erfolg und stärkt den Mythos. Foto Porsche

Die vierte Generation des Elfers, der Typ 993, gehört zu den begehrenswertesten Ausführungen. Porsche bietet ihn zunächst nur als Coupé und Cabriolet an. Der Targa debütiert erst 1995, dafür aber mit einem neuen Konzept: Statt eines herausnehmbaren Dachteils besitzt er ein großflächiges Glasdach, das elektrisch unter der Heckscheibe abtauchen kann.1998 endet nach 68.881 produzierten Fahrzeugen auch das Kapitel der luftgekühlten Motoren.

Der 993 ist der letzte luftgekühlte 911er und wirkt formal besonders harmonisch. Lange vor Erreichen des Oldtimer-Status ist er bei Sammlern begehrt. Foto: Porsche

….
Da noch einige Jahre bis zur Erlangung von H-Kennzeichen für die folgenden Modelle vergehen werden, sind sie in der Folge unbebildert. Die Fakten: Mit der fünften Generation des 911 wagt Porsche ab 1997 den Bruch mit der Luftkühlung. Der Typ 996 stellt die größte Zäsur im Stammbaum des Klassikers dar. Das Unternehmen befindet sich im wirtschaftlichen Umbruch. Nach 34 Jahren setzt der Sportwagenhersteller mit der Generation 996 eine umfassende Neuausrichtung seiner Ikone um. Im Fokus stehen dabei die beim Vorgänger begonnene Senkung der Produktionskosten – unter anderem mittels einer höchstmöglichen Teile-Kompatibilität mit anderen Baureihen wie dem neuen Boxster sowie aktualisierte Sicherheits- und Abgasvorschriften. Erst 2005 endet die Produktion. Mit 175.262 Einheiten ist der Typ 996 das lange verkannte Erfolgsmodell in der mehr als 40-jährigen Geschichte des 911.

Als Typ 997 präsentiert sich der Porsche 911 ab 2004 so vielfältig wie nie zuvor: Er steht als Coupé und Targa, Cabriolet und Speedster, mit Heck- und Allradantrieb, schlanker und verbreiteter Karosserie, mit wassergekühlten Saug- und Turbomotoren, als GTS sowie in den Sportversionen GT2, GT2 RS, GT3 und gleich zwei GT3 RS-Ausführungen zur Wahl. Inklusive Sondermodellen erreicht das Angebot 24 Modell-Varianten – ergänzt durch zahlreiche Individualisierungsmöglichkeiten. Mit 213.004 Exemplaren stellt die sechste Generation des 911 wieder einen Produktionsrekord auf.

Ab 2011 verkörpert der Typ 991 die bislang höchste Entwicklungsstufe des Porsche 911. Er spiegelt auf besondere Weise ein Leitmotiv des Sportwagenherstellers wider: das Streben nach bestmöglicher Effizienz. Dies zeigt sich in allen Aspekten, angefangen beim evolutionär geschärften Design. Mit seiner gedrungeneren Silhouette, spannungsgeladenen Flächen und präzise gestalteten Details steht der 991 so kraftvoll auf den Rädern wie kein 911 zuvor – ein Effekt, der auch auf der breiteren Spur und dem um zehn Zentimeter gestreckten Radstand basiert. Hinzu kommt eine adaptive Aerodynamik, die der Elfer als erster Seriensportwagen von Porsche vom Hybrid-Supersportler 918 Spyder übernimmt. Der 911 der Generation 991 ist der absolute Bestseller in der Elfer-Geschichte. Bis zum 31.10.2018 wurden 217.930 Exemplare gebaut. Insgesamt produzierte Porsche seit dem Debüt 1963 bislang 1.049.330 Serien-Elfer.

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste VideosMehr Videos »