Techno-Classica gestartet

5. April 2017

Highlight des Jahres für Oldiefans: Die 29. Techno-Classica in Essen hat ihre Tore geöffnet und bietet für alle Interessierten noch bis zum 9. April alles, was das Herz begehrt – chromblitzende Klassiker auf zwei und vier Rädern, heiß begehrte und hier gehandelte Ersatzteile sowie jede Menge Benzingespräche.

BMW auf der einen Seite und Mercedes-Benz auf der anderen der Messe – das Angebot ist wie immer berauschend für die Freunde des bunten Blechs, der Nostalgie und Preissteigerungen. Zwischen den beiden Premium-Anbietern aus Deutschland entdecken die Besucher  eine enorme Vielfalt aus Schaustücken und Angeboten. Nicht alles sollte und kann man ernst nehmen und als seriös bezeichnen.

Kapitän, Admiral, Diplomat, Senator – in die Serie der großen Opel will sich der Insignia von heute einreihen. Foto: Opel

Ganz tugendhaft und noch frei von sichtbaren französischen Einflüssen präsentiert sich die aufstrebende Marke mit dem Blitz: Auf dem Opel-Stand in Halle 2 erwarten die Besucher kompetente Ansprechpartner von Opel Classic und der Alt Opel IG, die mit Rat und Tat zur Seite stehen. Das Markenmotto lautet in diesem Jahr „Die Flaggschiffe von Opel“. Angeführt wird die Flotte vom legendären Vorkriegs-Admiral von 1937. Wenn man heute vor der zeitlos schönen Karosse im besten Art Déco-Stil steht, mag man kaum glauben, dass der Admiral No.1 bereits 80 Jahre alt ist.

Mit dem zweimillionsten gebauten Opel, einem 1956er-Kapitän, geht die Zeitreise weiter. Es folgen als typische Vertreter der KAD-Modelle (Kapitän, Admiral, Diplomat) ein Diplomat A von 1968 sowie ein Opel Admiral, Baujahr 1970 – zweifellos echte Straßenkreuzer. Der Senator A von 1978 ist dann ein klassischer Vorreiter der eher sachlichen Siebziger, und das aktuelle Traumschiff ist auch vor Ort: Der Opel Insignia Grand Sport feiert seine Deutschland-Premiere in Essen. Der Hersteller versucht wie andere auch, die Brücke zwischen Tradition und aktuellem Angebot zu verknüpfen.

Der T1 von Volkswagen war nicht nur als Campingbus beliebt, sondern eignete sich entsprechend ausgebaut auch bestens als Lieferwagen. Marcel (links) und Vivien (rechts) hat es dieses Modell von 1950 angetan.
Ausgestellt ist der Wagen vom 5. bis zum 9. April auf der Techno-Classica Essen in der Messe Essen. Insgesamt zählt die Messe über 1.250 Aussteller. Mehr als 2.500 Klassiker, Sammler- und Liebhaberfahrzeuge, Youngtimer und Prestige-Automobile stehen zum Kauf. Mit aufwendig inszenierten Präsentationen von über 25 deutschen und internationalen Automobilherstellern ist die Klassik-Weltmesse auch 2017 wieder die größte Historien-Schau der Automobilindustrie weltweit. Auch für die mehr als 220 ausstellenden Klassiker-Clubs und -Interessengemeinschaften gilt die Techno-Classica Essen 2017 wieder als die wichtigste Klassik-Messe des Jahres: Sie machen die Leitmesse der Klassiker-Szene zu einem der weltgrößten Club-Treffen der Old- und Youngtimer-Szene.

05-04-2017/Essen/Germany
Foto: Rainer Schimm/©MESSE ESSEN GmbH

Happy Birthday Bulli, heißt es dagegen in Halle 7! Damit erinnert Volkswagen Nutzfahrzeuge an die Geburtsstunde der Ikone vor 70 Jahren, als der niederländische VW-Importeur Ben Pon mit wenigen Strichen in seinem Notizbuch das zukünftige Herz der späteren Marke skizziert.

1947 trifft Ben Pon im Werk Wolfsburg auf ein seltsames Vehikel – den sogenannten Plattenwagen: ein Eigenbau, gemacht für innerbetriebliche Transportaufgaben. Fasziniert von der Idee skizziert er daraufhin einen kleinen Lieferwagen auf Käferbasis. Der Rest ist Automobil-Geschichte: Die Skizze wird zur Geburtsstunde eines Bestsellers – des Volkswagen Transporters. Der Erinnerung an diese Idee widmet Volkswagen Nutzfahrzeuge auf der diesjährigen Techno Classica seine Ausstellung.

Dazu gehören ein T1 Kastenwagen von 1950 und das neue Sondermodell „70 Jahre Bulli“. Beide Fahrzeuge verkörpern das Lebensgefühl Bulli perfekt. Auf der einen Seite der T1 Kastenwagen, das Arbeitstier mit dem sympathischen Gesicht, welches heute noch jedem, der es sieht, ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Übrigens und zum Vormerken: Eine große Feier muss es zu einem runden Geburtstag natürlich auch geben. Mit einem viertägigen Treffen feiern Fans und Marke vom 3.‑ 6. August 2017 im Rahmen des 1. Bulli Summer Festival im Allerpark Wolfsburg. Ein besonderes Highlight: Am Abschlusstag (Sonntag, den 6. August) fahren hunderte Bulli-Besitzer im Konvoi von Wolfsburg nach Hannover: ein Symbol für die Produktionsverlagerung der T-Baureihe im Jahr 1956 in die Landeshauptstadt, wo der Transporter seither gebaut wird. Aktionen wie diese und über fünfzig weitere Bulli-Treffen, die jedes Jahr in Deutschland stattfinden, zeigen, wie die Szene von Jahr zu Jahr gewachsen ist. Sie zeigen zudem, dass der Bulli für viele nicht nur ein Fahrzeug, sondern quasi ein Familienmitglied ist.

Rallye-Geschichte schrieb Skoda mit dem RS 130, der in Essen gezeigt wird. Die Tschechen sind dem Thema Rallyesport bis heute treu geblieben. Foto: Skoda

Umfassend im Vorfeld hat auch der tschechische Teil von VW informiert und zur Essener Ausstellung angemerkt: „Škoda blickt auf der diesjährigen Techno Classica auf eindrucksvolle Meilensteine der 122-jährigen Unternehmensgeschichte zurück.“ Als einer der weltweit ältesten noch produzierenden Automobilhersteller rückt die tschechische Traditionsmarke auf ihrem Stand in Halle 7 drei große Themen in den Vordergrund: Innovative Aerodynamikprototypen zeugen von der Pionierleistung und hohen Ingenieurskunst von Škoda. 1977 erzielte der Škoda 130 RS einen viel beachteten Klassendoppelsieg bei der Rallye Monte Carlo. Zehn Jahre später beflügelte der Škoda Favorit eine der fruchtbarsten Partnerschaften der Automobilgeschichte. 

„Bei der diesjährigen Techno Classica greifen wir drei besondere Themen aus der eindrucksvollen Geschichte von Škoda heraus“, sagt Andrea Frydlová, Leiterin des Škoda-Museums am Stammsitz in Mladá Boleslav. „Zu den Highlights auf unserem Stand in Halle 7 zählt der Škoda 935 Dynamic, der für die hohe Entwicklungskompetenz der Marke im Bereich Aerodynamik steht. Er ist das weltweit einzige erhaltene Exemplar dieses Typs und wurde von unserer Restaurierungsabteilung originalgetreu wiederhergestellt – sogar der Farbton entspricht dem des Ursprungsfahrzeugs“, so Frydlová weiter.

„2016 feierte die Škoda Auto Deutschland GmbH ihren 25. Geburtstag und zugleich die genauso lang andauernde Partnerschaft mit der Volkswagen AG“, erklärt Andreas Leue, Teamleiter Motorsport und Tradition bei Škoda Auto Deutschland. „In diesem Jahr erinnern wir an das Fahrzeug, das den Weg für diese Erfolgsgeschichte ebnete: den Škoda Favorit. Darüber hinaus jährt sich bereits zum 40. Mal der grandiose Doppelerfolg des Škoda 130 RS bei der Rallye Monte Carlo.“

Hohe Ingenieurskunst zeichnete die tschechischen Automobilbauer bei Skoda auch in früheren Tagen aus. Foto: Skoda

Seit den Pioniertagen des Automobils gehört Škoda dank der Technikbegeisterung seiner Ingenieure und Handwerker zu den Taktgebern der Entwicklung. Entsprechend baute die Marke immer wieder außergewöhnliche Fahrzeuge, die einen großen Beitrag zum technischen Fortschritt leisteten. Ein Beispiel ist der Škoda 935 Dynamic. Der erste Aerodynamikprototyp der Marke wurde 1935 auf dem Automobil-Salon in Prag vorgestellt und sorgte mit seinem besonders niedrigen Luftwiderstand weltweit für Furore. Auf der Techno Classica zeigt Škoda das Unikat nach einer wechselvollen Geschichte wieder im Topzustand. Ebenfalls auf der Oldtimermesse zu sehen: der Škoda Popular Monte Carlo in den Karosserievarianten Coupé und Cabrio. Beide waren der damaligen Zeit mit ihrer ebenso eleganten wie auch aerodynamisch günstig geformten Karosserie weit voraus. Dasselbe gilt für den seltenen Škoda Rapid „Dalnice‘, der zwischen 1938 und 1941 nur 110 Mal vom Band lief und ebenfalls zu den Höhepunkten am Stand von Škoda zählt. Sein stromlinienförmiges Design entstand im Windkanal – eine Besonderheit in dieser frühen Phase des Automobilbaus. In Kombination mit dem 34 kW (46 PS) starken Vierzylinder, der seine Kraft aus 1,6 Liter Hubraum schöpfte, ermöglichte dies eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h.

Die Motorsportleidenschaft der Marke in den 1970er Jahren repräsentiert der Škoda 130 RS. Besucher der Techno Classic 2017 können auf dem Stand der tschechischen Traditionsmarke eine außergewöhnliche Variante des legendären Hecktrieblers erleben: Der Škoda 130 RS A5, Typ 738, wurde 1978 bei zahlreichen Aerodynamiktests auf dem Flughafen im tschechischen Hoškovice eingesetzt. Mit einem großen Flügel sowie Karosserieverbreitungen am Heck erzielten die Ingenieure einen höheren Anpressdruck und verbesserten dadurch das Handling bei hohen Tempi. Das war auch nötig: Der Stromlinienprototyp erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h. Der auf 140 kW (190 PS) erstarkte Vierzylinder-Heckmotor musste hierfür durch große Lufteinlässe beatmet werden.

Mit dem Debüt des Škoda Favorit am 16. September 1987 auf der Internationalen Maschinenbaumesse in Brünn erfand sich der Autohersteller neu und stellte die Weichen für eine beispiellose Erfolgsgeschichte. In den schwierigen letzten Jahren der sozialistischen Ära setzte das vom italienischen Studio Bertone designte Kompaktmodell erstmals auf einen quer eingebauten Frontmotor und Frontantrieb. Das neue Modell läutete für das gesamte Unternehmen die Zeitenwende ein: Mit seinem modernen Konzept lieferte der Favorit Volkswagen ein entscheidendes Argument für das Engagement in Tschechien.

So weit mit unserem Hinweis auf die TCE 2017. Viel Spaß noch wünscht 2000km.com allen Besuchern und Ausstellern!

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