Buchbesprechung: Das Bulli-Projekt

10. Mai 2016

Der VW Bus vom Typ 2 ist nach dem T1 ebenfalls längst zum Kultauto gereift. Eine steil nach oben weisende Preiskurve beweist es. Teuer angeboten werden aber nicht nur erstklassige Fahrzeuge, sondern auch Blender, Teileträger und Schrott. Im Heck sollte in jedem Fall ein luftgekühlter Boxermotor sitzen.

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Ein auf jeden Fall erstklassiges Buch über die Restaurierung von zwei T2-Bullis hat Dr. Heiko P. Wacker geschrieben und im Huber Verlag veröffentlicht. Heiko ist für 2000 km durch Deutschland kein Unbekannter, fuhr er doch bei der letzten Ausgabe als Haus- und Hoffotograf und mit einem Wagen der Oldtimer Spendenaktion mit – ein friedlicher, freundlicher Zeitgenosse mit einer leichten Friseurphobie. Aber auch mit jeder Menge praktischer Erfahrung mit dem T2 – davon erzählt er im Buch.

So hat Wacker einen T2 selbst komplett restauriert. Diese Arbeit wird zwischen den Buchdeckeln einem weiteren Restaurierungsprojekt gegenüber gestellt – so treffen Low Budget und Perfektion zusammen. Schon das erste Hineinblättern macht Spaß, denn jenseits bunter Prospektbildchen und tausendfach gesehener Pressefotos hat der Auto eine große Menge anschaulicher Fotos zusammengetragen. Die Bilder zeigen die Schwachstellen, neuralgischen Punkte, geben Schritt- für-Schritt-Anleitungen, dokumentieren das Vorher und Nachher wie auch das Mittendrin. Anschaulicher geht´s kaum.

Und dann der Text: Unterhaltsamer geht´s kaum, denn Kollege Wackers lockerer Stil erfreut mit entspannter Wortwahl und sachlich genauen Beschreibungen. Es blinkt gelegentlich eine subjektive romantische Verklärung durch, um den Leser kurz danach hart auf den Boden der Realität zurückzuholen. Einfach klasse also auch in dieser Hinsicht! (Selbst wenn es richtig „besser als…“ heißt und nicht „besser wie“ – <Klugscheißer-Modus aus>).

Voll mit zahllosen praktischen Tipps macht das Buch sicher allen Bulli-Freunden und denen, die es erst noch werden wollen, viel Spaß. Die Bulli-Hasser können sich an den vielen Rostfraß-Bildern ergötzen. Hier kommen  Leser und Betrachter auf ihre Kosten. Und schön ist, dass der Huber Verlag ein solches Buch auflegt. Dort gibt es eine ganze Reihe weiterer Bücher, überwiegend mit Motorrad- und Rockerthemen, sowie Zeitschriften zu Motorrad- und Tätowierthemen. Der Verlag ist auch Veranstalter der größten Custombike-Messe, der Custombike-Show in Bad Salzufflen.

Das Bulli-Projekt, Heiko P. Wacker, Huber Verlag GmbH & Co. KG, Mannheim, 225 x 220 mm, Hardcover, 248 Seiten, reich bebildert, 21,90 Euro, ISBN: 978-3-927896-68-0

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