Škoda Popular: Erster Rallye-Erfolg vor 80 Jahren

4. Februar 2016

Vor 80 Jahren belegte das Rennfahrerduo Zdeněk Pohl/Jaroslav Hausman mit dem Škoda Popular bei der Rallye Monte Carlo den zweiten Platz in der Klasse bis 1.500 cm3. Der Vorgänger des heutigen Rallye-Wagens Fabia R5 legte damals den Grundstein zu einer beeindruckenden Erfolgsgeschichte von Škoda Motorsport. Vom Erfolg des Popular profitierten auch die Kunden der Marke: Das Modell ging in Serie und wurde als Popular Monte Carlo in den Versionen Roadster und Coupé verkauft.

„Škoda ist stolz auf seine traditionsreiche Motorsportgeschichte“, sagt Michal Hrabánek, Chef von Škoda Motorsport. „Der Popular feierte in den 1930er-Jahren ähnliche Erfolge wie der aktuelle Rallye-Wagen . „Das technische Konzept des Popular mit dem damals modernen Zentralrohrrahmen, der Einzelradaufhängung vorne und hinten sowie der Transaxle-Getriebeanordnung war in vielerlei Hinsicht seiner Zeit voraus“, erklärt Michal Velebný, Koordinator der Restaurierungswerkstatt des Škoda-Museums in Mladá Boleslav. „Der  Popular erzielte sowohl in Europa als auch in Südamerika bedeutende Erfolge auf Renn- und Rallye-Strecken.“

Skoda Popular bei der Rallye Monte Carlo 1936: zweiter Platz in der Klasse bis 1,5 Liter. Foto: Skoda.

Skoda Popular bei der Rallye Monte Carlo 1936: zweiter Platz in der Klasse bis 1,5 Liter. Foto: Skoda.

Zusammen mit den Modellen Rapid und Superb legte der  Popular im Jahre 1934 den Grundstein für den Aufstieg in den 1930er-Jahren zur meistverkauften Marke im tschechoslowakischen Heimatmarkt und zu einer anerkannten Automobilmarke in Europa. Die Fahrzeuge setzten zu ihrer Zeit Maßstäbe in Sachen Technik, Design und Preis-/Wertverhältnis.

Der Popular, der vor 80 Jahren bei der Rallye Monte Carlo an den Start ging, war mit einem Dreiganggetriebe und einem Motor der Modellreihe Rapid ausgestattet. Der Vierzylindermotor mit einem Hubraum von 1.386 Kubikzentimetern leistete 34 PS (25 kW). Zwei Kraftstofftanks mit einem Fassungsvermögen von 170 Litern ermöglichten eine Reichweite von rund 1.500 Kilometern. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 110 km/h. Von den 790 Kilogramm Gesamtgewicht entfielen nur 250 Kilogramm auf die offene Karosserie.

Cockpit des Popular beim Rallye-Einsatz vor 80 Jahren. Foto: Skoda.

Cockpit des Popular beim Rallye-Einsatz vor 80 Jahren. Foto: Skoda.

Am 14. Januar 1936 begaben sich Pohl und Hausman auf ihre Reise zur legendären Rallye. Mit ihrem offenen Popular ging es von Prag aus in Richtung Athen. Von dort absolvierten sie die 3.852 Kilometer lange Anfahrt über Thessaloniki, Belgrad, Budapest, Wien, Straßburg und Avignon nach Monaco. Am 29. Januar 1936 erreichten sie das Ziel ohne einen einzigen Strafpunkt. Auch bei der technischen Abnahme der Fahrzeuge und der Geschicklichkeitsfahrt schnitt das Duo erfolgreich ab. In der Klasse bis 1.500 cm³ belegten Pohl/Hausman mit ihrem Fahrzeug Rang zwei.

Das Rennen fand bei schwierigen und wechselhaften Wetterbedingungen statt. Für die Wintermonate war das Fahrerteam Pohl/Hausman mit einer zusätzlichen Heißluftheizung, einer Thermosflaschen-Halterung sowie einer elektrisch beheizbaren Windschutzschreibe ausgestattet. Für Ruhepausen eignete sich der umklappbare Beifahrersitz. Das erfahrene Duo wurde bereits im Vorfeld beauftragt, Lederoveralls und Geländereifen der heimischen Marke Bata im Riesengebirge zu testen.

Nach dem Erfolg wurde der Popular noch populärer. Foto: Skoda.

Nach dem Erfolg wurde der Popular noch populärer. Foto: Skoda.

Durch den Rallye-Erfolg in Monte Carlo ermutigt, präsentierte die Marke unter dem Namen Škoda Popular Sport Monte Carlo besonders sportliche Modelle. 70 Stück davon wurden in den Jahren 1936 bis 1938 gebaut, als Roadster-Ausführung oder als Stromlinien-Coupé. Ein Exemplar befindet sich heute in der Sammlung des Škoda-Museums in Mladá Boleslav.

Der Name Popular hielt, was er versprach. Das leichte und preiswerte Modell wurde zu einem äußerst populären Fahrzeug, mit dem sich der lang ersehnte Traum vom Auto für breite Käuferschichten und einem echten ,Wagen fürs Volk‘ erfüllte. Das viersitzige Auto wurde nicht nur als Sedan, sondern auch als zweitüriger ,Tudor‘ und als Halb-Cabriolet verkauft, dazu gab es eine zweisitzige Roadster-Ausführung sowie eine Lieferwagenvariante.

Skoda Popular Coupé: Eleganz auf tschechisch. Foto: Skoda.

Skoda Popular Coupé: Eleganz auf tschechisch. Foto: Skoda.

Schnell wurde der Popular zum meistverkauften Automobil in der damaligen Tschechoslowakei. Insgesamt verkaufte Škoda von 1934 bis 1946 über 20.000 Popular, davon beachtliche 6.000 Einheiten in rund 50 Ländern außerhalb der Tschechoslowakei. Der Kleinwagen wurde dabei nicht nur in europäische Märkte exportiert, sondern auch nach Übersee. Unter anderem zählten China, Indien sowie afrikanische und südamerikanische Staaten zu den Absatzmärkten. Ein wesentlicher Grund für die große Beliebtheit des Popular war seine hohe Zuverlässigkeit. Mit zahlreichen Fernfahrten untermauerte Škoda den Ruf des Fahrzeugs als besonders robuster und vielseitiger Vertreter seiner Zunft.

 

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