„Goldener Kolben“ 2016 für Karl E. Ludvigsen

14. Januar 2016

Seit 2006 würdigt jedes Jahr auf der Bremen Classic Motorshow das „Forum für Fahrzeuggeschichte“, kurz F-kubik, eine Persönlichkeit für ihren besonderen Einsatz, authentische Fahrzeuggeschichte in ihrer Vielfalt zu recherchieren, zu dokumentieren und in der Öffentlichkeit zu präsentieren mit dem »Goldenen Kolben«. Die Auszeichnung, eine Urkunde mit einem poliertem Motorkolben, erhält im Februar 2016 der international renommierte Autor Karl Eric Ludvigsen.

Preisträger des Jahres 2016: Karl E. Ludvigsen erhält den Goldenen Kolben von F-kubik, dem Forum für Fahrzeuggeschichte. Foto: Arciv

Preisträger des Jahres 2016: Karl E. Ludvigsen erhält den Goldenen Kolben von F-kubik, dem Forum für Fahrzeuggeschichte. Foto: Arciv

Mit Ludvigsen ehrt F-kubik eine Persönlichkeit ganz besonderer Reputation. Der »Goldene Kolben« ist jedoch bei weitem nicht die erste Auszeichnung, die dem Amerikaner skandinavischer Abstammung, Jahrgang 1934, zuerkannt wird. Ludvigsen ist in vergangener Zeit in vielen Ländern für seine Werke ausgezeichnet worden – in Deutschland allerdings noch nie. Das wird jetzt nachgeholt. Schließlich ist Ludvigsen auf dem deutschsprachigen Büchermarkt seit 35 Jahren ebenfalls mit einigen erfolgreichen Titeln präsent.

Ludvigsen wuchs rund 100 Meilen westlich von Detroit in der Autostadt Kalamazoo, Michigan/ USA, auf, studierte Maschinenbau am Massachusetts Institute of Technology sowie Industriedesign am Pratt Institute. Er erlangte zahlreiche Verdienste um Sicherheit im Automobilwesen, etwa als Gründer der Motor Racing Safety Society. Bei General Motors arbeitete er als Konstrukteur, bevor er zu Fiat Motors of North America ging und dort als Vice President unter anderem verantwortlich war für das Ferrari-Marketing in ganz Nordamerika. Ab 1980 war Ludvigsen – jetzt mit Wohnsitz in England – Vice President bei Ford of Europe, wobei er für Ford die Motorsportaktivitäten in ganz Europa leitete.

Die Liste der Ehrungen für Karl E. Ludvigsen ist lang, doch der "Goldene Kolben" ist der erste Award in Deutschland. Foto: Archiv

Die Liste der Ehrungen für Karl E. Ludvigsen ist lang, doch der „Goldene Kolben“ ist der erste Award in Deutschland. Foto: Archiv

1983 machte Ludvigsen sich selbständig und gründete in London das Beratungsbüro »Euromotor« für die internationale Automobilindustrie, ferner ein Unternehmen zur systematischen Recherche und Aufarbeitung automobilhistorischer Belange. Die Branche kennt ihn längst als fach- und sachkundigen Experten für alle Sparten des Automobil-Marketing und -Managements.

Ludvigsens journalistische Betätigung fand schon in den 1950er- und 1960er-Jahren in der Branche Anerkennung; seine mehr als drei Dutzend zum Teil auch in deutscher Sprache erschienenen Bücher gehören zu den bedeutendsten Werken zum Thema Automobilgeschichte. Er schrieb für Motor Trend, Auto Age, Sports Car Illustrated, Automobile Quarterly und zahlreiche weitere Periodika. Seine exzellent geschriebenen Bücher verfasste er zu Themen über Mercedes-Benz, Porsche, Opel, Chevrolet Corvette, Ferrari, Volkswagen. Ferner entstanden zahlreiche weitere Monografien und Technische Abhandlungen, etwa über die Geschichte des V12- oder des Wankelmotors. Auch veröffentlichte er Biografien über Stirling Moss, Jackie Stewart, Juan Manuel Fangio, Dan Gurney, Bruce McLaren, Emerson Fittipaldi, Alberto Ascari.

Karl E. Ludvigsen schrieb viel über Auto Union, Porsche und andere deutsche Hersteller. Foto: Archiv

Karl E. Ludvigsen schrieb viel über Auto Union, Porsche und andere deutsche Hersteller. Foto: Archiv

Die Society of Automotive Historians verlieh Karl Ludvigsen zwei Mal ihren Cugnot Award, eine der weltweit höchsten Auszeichnungen, die ein Automobil-Autor erhalten kann. Der seit 1960 auch der Society of Automotive Engineers (SAE) angehörende Preisträger ist in mehreren Sprachen zu Hause, so auch in Deutsch. Dem sympathischen Grandseigneur der personifizierten Automobilhistorie ein herzlicher Glückwunsch zu seiner jüngsten Ehrung!

Goldener Kolben
Der goldene Kolben ist eine Auszeichnung für besondere Leistungen zur Dokumentation der Fahrzeuggeschichte und ihrer Darstellung in der Öffentlichkeit. Seit 2006 werden Persönlichkeiten im Rahmen der Bremen Classic Motorshow von F-kubik ausgezeichnet.

2006: Günther Krön für die Wiederbelebung und Durchführung der historischen Fahrt „2000 km durch Deutschland“.
2007: Karl-August Almstadt für publizistische Leistungen als TV-Moderator und Publizist für AutoBild Klassik.
2008: Winfried A. Seidel als Initiator und Betreiber der Veterama sowie des Benz-Museums in Ladenburg.
2009: Prof. Dr. Peter Kirchberg für seine langjährige Arbeit an der Universität Dresden und seine Dokumentation der Geschichte der Auto Union.
2010: Dipl.-Ing. Mag. phil. Wolfgang M. Buchta als Herausgeber und Chefredakteur von Austro-Classic.
2011: Karl Reese als Experten und einer der ersten Publizisten der Motorradgeschichte.
2012: Michael Graf Wolff Metternich als Interpret für die Maybach-Geschichte und entsprechende Veröffentlichungen.
2013: Erika Kübler für ihren selbstlosen Einsatz zum Erhalt des Lebenswerks des Künstlers und Designers Louis L. Lepoix.
2014: Ivan Mahy für seinen unermüdlichen Einsatz, eine einzigartige Fahrzeugsammlung möglichst weitgehend der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
2015: Roger Gloor für die langjährige, fundierte Aufbereitung der automobilen Vergangenheit in der Automobil Revue und in auto exclusiv.

F-kubik
steht für das „Forum für Fahrzeuggeschichte“, eine seit 2001 wirkende Gruppe von Fahrzeug-Historikern, Motorjournalisten und Verlegern zur Stärkung der Bedeutung der Fahrzeuggeschichte in der Öffentlichkeit. Zur Gruppe zählen Eckhart Bartels, Lars Döhmann, Horst-Dieter Görg, Ulrich Knaack, Peter Kurze, Rainer Manthey, Halwart Schrader, Udo Stünkel und Hans-Joachim Weise. Neben anerkannten eigenen Veröffentlichungen oder Expertisen zu historischen Fahrzeugen bündeln sie ihr Fachwissen zur Fahrzeuggeschichte bei der Mitarbeit in Projekten der Industrie, öffentlichen Einrichtungen und privaten Sammlungen sowie bei Oldtimer-Veranstaltungen und -Messen wie der Bremen Classic Motorshow. Für die interessierte Öffentlichkeit wird alle zwei Jahre ein Symposium zur Fahrzeuggeschichte an wechselnden Orten durchgeführt. Weitere Informationen findet man unter www.f-kubik.de

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