Ford Mustang – über 50 Jahre

7. Juni 2015

Er hat in 3000 Filmen der letzten fünf Jahrzehnte mitgespielt, in Haupt- und Nebenrollen. Rund 60 Prozent kamen als Fastback-Coupés auf die Straßen, rund 40 Prozent als Convertibles. Und rund 80 Prozent von Ihnen hatten einen schön bollernden V8 unter der Haube. Der Ford Mustang ist das Pony-Car schlechthin.


Ford ist einer der bekanntesten und größten Automobilhersteller der Welt. 1903 gründete Henry Ford das Unternehmen in Detroit. Das T-Modell wurde zum Millionenseller, unter anderem weil Ford schon ab 1913 mit der Fließbandfertigung für günstige Preise sorgte. Legendär ist der Spruch, der Wagen sei in jeder Farbe zu bekommen, solange sie schwarz sei. Ab 1926 wurde das T-Modell auch in Berlin gebaut, nachdem im Vorjahr ein deutsches Tochterunternehmen gegründet worden war. 1930 zog Ford innerhalb Deutschlands nach Köln um, wo die Ford-Werke aktuell beheimatet sind. Bis heute arbeiten Familienmitglieder bei Ford mit. Derzeit rangiert das Unternehmen als fünftgrößter Automobilhersteller der Welt in der Rangliste. Soweit nichts Neues.


Mit dem Modell Mustang, der aus namensrechtlichen Gründen in Deutschland als T5 vertrieben wurde, landete Ford einen Hit. Und der wird bis heute gespielt. Bisher kamen alle Mustangs der letzten 50 Jahre nur indirekt nach Deutschland. Das ändert sich mit der aktuellen Generation, die erstmals von Ford selbst und nicht einschlägigen Importeuren hier in den Markt gebracht wird. Den Mustang (und die luxuriösen Vignale-Ausführungen anderer Ford-Modelle) gibt es als Vorführwagen nur in speziellen Ford Stores, bestellen kann man ihn indes bei jedem Ford-Händler.


Den neuen Mustang gibt es zunächst mit einem 317 PS starken und 2,3 Liter großen Vierzylinder-Eco-Boost-Turbomotor. Außen klingt er sehr dezent, innen zum Glück etwas wie ein Fünfzylinder mit dem typischen Vibrato. Und Power hat er allemal genug. Schon bei niedrigsten Drehzahlen hängt die Maschine willig am Gas. Wer es drauf anlegt, schafft es, aus dem Stand bis 100 km/h in weniger als sechs Sekunden zu beschleunigen. Wer anderen Ehrgeiz entwickelt, kann den 1,6-Tonner mit rund acht Litern Verbrauch über 100 Kilometer zirkeln. Ab 35 000 Euro geht der Spaß los.

Mustang VI zu kl
Für den alternativ angeboten V-Achtzylinder mit fünf Litern Hubraum sind rund 40 000 Euro fällig. Ein außergewöhnlich gutes Preis-/ Leistungsverhältnis! 421 PS und 520 Nm Drehmoment lassen sich über ein sauber auf kurzen Wegen schaltbares Sechsgang-Getriebe einsetzen, Überschuss regelt die Elektronik weg. Die Servolenkung ist variabel (adaptiv front steering, AFS) und kann in drei unterschiedlichen Übersetzungen angewählt werden: leichtgängig in der Stadt, fester auf der Autobahn, komfortabel fürs Cruisen – ganz nach Geschmack.

Mustang VI auf kl


1800 Bestellungen für den neuen Mustang liegen vor. Ab Juli werden die ersten Wagen ausgeliefert, insgesamt 3000 will Ford in Deutschland in diesem Jahr absetzen. Rabatte gibt es auf den Preis keine. Das Ganze schmeckt gut, auch weil die aalglatte Perfektion teutonischer Produkte dem Mustang abgeht. So muss sich die Motorhaube geöffnet auf eine Stange stützen und verzichtet auf hydraulische Heber, die Sitzverstellung funktioniert mit einem Griff vors Gestühl, der Abrollkomfort des Fahrwerks ist dürftig, die Übersicht nach vorn und schräg hinten – besonders beim Cabrio – nur eingeschränkt.

Klassische Rundinstrumente, runde Lüftungsdüsen, Dreispeichen-Lenkrad: Derr neue Mustang ist ein Klassiker der Zukunft und neu sehr günstig zu bekommen - ab 35 000 Euro.

Klassische Rundinstrumente, runde Lüftungsdüsen, Dreispeichen-Lenkrad: Der neue Mustang ist ein Klassiker der Zukunft und neu sehr günstig zu bekommen – ab 35 000 Euro.

Ford-Geschäftsführer für Marketing und Vertrieb, Wolfgang Kopplin, sieht in dem neuen Mustang daher zu Recht „ein i-Tüpfelchen auf dem, was man als Automobil anbieten kann“. Von 2000km.com wird er schon jetzt als Klassiker der Zukunft gesehen, weshalb er hier auch mitfahren darf.


Ein kurzer Rückblick auf die Geschichte der Vorgänger:
Mustang 1 – 1964 bis 1973 in vier verschiedenen Versionen. Der erste Shelby-Mustang kam 1965. Typisch amerikanisch waren die jährlichen Facelifts mit mehr oder weniger umfassenden Änderungen.

Mustang Shelby GT 500 von 1969 mit schnörkellosem Fastback-Heck.

Mustang Shelby GT 500 von 1969 mit schnörkellosem Fastback-Heck.


Mustang II – 1973 – 1978
Mustang III – 1979 – 1993
Mustang IV – 1994 – 2004
Mustang V – 2004 – 2014
Mustang VI – ab 2014

Mehr zu den historischen Mustangs hatte ich bereits im letzten August geschrieben: http://www.2000km.net/2014/08/14/ford-mustang-seit-1964-auf-trab/

Cobra als Markenzeichen für PS-Zauberer Caroll Shelby.

Cobra als Markenzeichen für PS-Zauberer Caroll Shelby.

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Vom Mustang I gab es stets Coupé- und Cabriolet-Karosserien. Den IIer dagegen konnte man mit Stufen und Fließheckcoupé bekommen, erst bei Generation III war auch wieder eine offene Ausführung zu haben. Die entstand aber bei einem externen Partner. Vom Mustang IV baute Ford wieder alle Varianten selbst.

Ford Mustang Shelby GT 500 von 1969: Liebhaber müssen inzwischensechsstellige Euro-Beträge hinblättern.

Ford Mustang Shelby GT 500 von 1969: Liebhaber müssen inzwischen sechsstellige Euro-Beträge hinblättern.


Der Mustang V erhielt eine Fahrzeugfront, die an die erste Generation erinnerte. Die leistungsstarke Shelby-GT-Version mit 500 PS kam 2006 zwei Jahre nach der Markteinführung ins Programm. Nach üblicher jährlicher Modellpflege wurde diese Generation dann Ende 2013, Anfang 2014 vom Mustang VI abgelöst. In den letzten Wochen fand die Präsentation dieser Fahrzeuge in Deutschland statt, die erstmals von Ford selbst in Deutschland und Europa angeboten werden. Es gibt natürlich auch wieder ein Cabriolet und ein Coupé.


Erstmals verbaut der Hersteller Einzelradaufhängung hinten. Neben leistungsstarken Bremsen mit Vier- und Sechskolben-Festsätteln sorgen moderne Assistenzsysteme für standesgemäße Sicherheit, dazu gibt´s noch Gimmicks: Etwa eine Launch-Control für perfekte Beschleunigung aus dem Stand oder die neue Electronic Line-Clock, das den Fahrer bei Burn-outs unterstützt, indem es die Vorderräder bremst. Und eine Rolle im Film wird für ihn sicher auch wieder herausspringen – mindestens.
Lars Döhmann

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