Sonderausstellung im Peugeot-Museum – fünf wichtige Modelle feiern 2015 runde Geburtstage

4. Februar 2015

Der große französische Automobilprotagonist Peugeot feiert in diesem Jahr in Sochaux folgende Jubiläen:
• 80 Jahre Peugeot 402
• 60 Jahre Peugeot 403
• 50 Jahre Peugeot 204
• 40 Jahre Peugeot 604
• 30 Jahre Peugeot 309

Peugeot 402: Design-Meilenstein und Klappdach-Pionier

Peugeot präsentiert den 402 auf dem Pariser Salon im Oktober 1935. Beim 402 lassen sich die Designer von der Strömungslehre inspirieren. Die Scheinwerfer sitzen nicht mehr vor den Kotflügeln, sondern hinter dem Kühlergrill. Die Frontscheibe ist zweigeteilt und leicht nach den Seiten zu abgewinkelt, die Karosserie flach und langgestreckt. Trittbretter sucht man vergebens. So wirkt der 402 wie aus einem Guss. Vorne verfügt er bereits über Einzelradaufhängung.

Atemberaubend ist das Coupé-Cabriolet 402 Eclipse mit versenkbarem Metallklappdach – der Urahn der heutigen CC-Modelle von Peugeot. Einen Blick in die Zukunft ermöglicht auch der 1936 präsentierte 402 Andreau mit verbesserter Aerodynamik und zentraler Heckflosse. Auch die erfolgreiche Diesel-Geschichte von Peugeot beginnt mit dem 402: In ihm wird 1938 erstmals der Dieselantrieb in einem Peugeot-Pkw getestet. Gebaut wird der 402 bis 1942.

C´est le style: Peugeot 402. Foto: Peugeot.

C´est le style: Peugeot 402. Foto: Peugeot.

Peugeot 403: Inspektor Columbo lässt grüßen.

„Ja, klar: das Cabrio von Inspektor Columbo!“, werden die meisten spontan sagen, wenn der Name Peugeot 403 fällt. Aber das ist nicht die einzige Erfolgsrolle des 403. Im April 1955 wird er in Paris der Presse vorgestellt. Damals hochmodern ist die Ponton-Karosserie des Mittelklassemodells. Entworfen hat sie die italienische Designschmiede Pininfarina – es ist der Beginn einer höchst erfolgreichen Kooperation zwischen Peugeot und den italienischen Formenkünstlern. Mit dem 403 gelingt Peugeot der Schritt zum Volumenhersteller: Mit über 1,2 Millionen Exemplaren bis 1966 ist der 403 der erste Peugeot, der die Produktionsmillion knackt. Ab 1959 wird er auch mit Dieselmotor in großen Stückzahlen hergestellt.

Liebenswerte Rarität: Peugeot 403 Cabriolet. Foto: Peugeot.

Liebenswerte Rarität: Peugeot 403 Cabriolet. Foto: Peugeot.

Peugeot 204: Technik-Pionier in der Kompaktklasse.

1965 wird der ebenfalls von Pininfarina gezeichnete Peugeot 204 vorgestellt. Quer eingebauter Frontmotor, Vorderradantrieb und serienmäßige Scheibenbremsen vorn: Das hatte bislang noch kein Peugeot. Als erstes Auto der Kompaktklasse verfügt der Peugeot 204 außerdem über einen Motor, dessen Block und Zylinderkopf komplett aus Leichtmetall bestehen. Die Kombi-Version 204 Break ist 1968 das kleinste Diesel-Fahrzeug der Welt und der erste Diesel-Fronttriebler. Außerdem ist der Selbstzünder im 204 Break der erste Dieselmotor aus Leichtmetall. Bis 1976 werden über 1,6 Millionen Exemplare des Peugeot 204 verkauft.

Der feine Kleine: Peugeot 204 als viertürige Limousine. Foto: Peugeot.

Der feine Kleine: Peugeot 204 als viertürige Limousine. Foto: Peugeot.

Peugeot 604: Erstes Oberklasse-Modell mit Turbo-Diesel.

Von 1975 bis 1985 produziert Peugeot das Oberklasse-Modell 604. Es wird auch in Japan und den USA verkauft. Pininfarina ist für sein Design verantwortlich. Für Vortrieb sorgen zunächst Sechszylinder-Benziner. In der Mitte des Modellzyklus überrascht Peugeot aber die Fachwelt mit einer technischen Innovation: Der 604 erhält den ersten Turbo-Diesel in der Oberklasse. 1978 kommt die Repräsentationslimousine HLZ mit um 62 Zentimeter verlängertem Radstand. Nur 150 Exemplare des HLZ werden bei der Karosseriebaufirma Heuliez hergestellt.

Klare Kante außen, feiner Komfort innen: der große Peugeot 604. Foto: Peugeot.

Klare Kante außen, feiner Komfort innen: der große Peugeot 604. Foto: Peugeot.

Peugeot 309: Frischer Wind für die Kompaktklasse.

1985 stellt Peugeot mit dem 309 den Nachfolger des 305 vor. Der 309 ist in der Kompaktklasse eine ernst zu nehmende Größe. Bis Ende 1993 bleibt dieses Modell im Lieferprogramm. Der 309 ist als Drei- und Fünftürer erhältlich und bietet eine große Auswahl an Benzin- und Dieselantrieben. Über 1,6 Millionen 309 werden produziert.

Etwas untypische Modellbezeichnung mit "9" am Ende: Peugeot 309. Foto: Peugeot.

Etwas untypische Modellbezeichnung mit „9“ am Ende: Peugeot 309. Foto: Peugeot.

Musée de l’Aventure Peugeot

Das Peugeot Museum sucht für die Ausstellung auch persönliche Erinnerungsstücke von früheren Besitzern der Jubiläumsmodelle (z.B. Anekdoten, Fotos oder Filme). Mailadresse: musee@peugeot.com (oder per Post an: Musée de l’Aventure Peugeot, Opération „ANNIVERSAIRES“, Carrefour de l’Europe, F-25600 Sochaux).

Das „Musée de l’Aventure Peugeot“ (www.museepeugeot.com) verfügt über 6.000 m² Ausstellungsfläche, auf der über 120 Fahrzeuge und etwa 500 weitere Objekte aus der über 200-jährigen Markengeschichte präsentiert werden. Das Museum zählt rund 80.000 Besucher pro Jahr. Eintritt: 8,50 Euro für Erwachsene, 4,50 Euro für Kinder im Alter von 7 bis 18 Jahren; freier Eintritt für Kinder unter 7 Jahren. Der Besuch lohnt sich!

Eine Reaktion

  1. Chr.Frauenberger Februar 4th, 2015 at 15:28

    Und die Granatenbeiträge überschlagen sich. Auch wenn die Gefahr des Überlaufen besteht: Peugeot war einfach mal explizit zu erwähnen. Einen haben wir in der Peripherie von Paris vergessen, weil er kein rundes Jubiläum feiert, den man aber rumdrehen kann, nämlich den 404. Der Klassiker.
    Zur weiterführenden Lektüre möchte ich bei der Marke mit der rechtlich geschützten Null auf das Buch von Hans-Christian Herrmann, Peugeot in Deutschland 1907 bis heute (meint 2012)im Walter Wolf-Verlag hinweisen.

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