Roger Gloor erhält den Goldenen Kolben 2015

18. Januar 2015

Der Schweizer Roger Gloor hat in 39-jähriger Tätigkeit als Redakteur der Zeitschriften Automobil Revue und auto exklusiv sowie nach der Pensionierung als freier Journalist Themen der automobilen Vergangenheit fundiert aufbereitet und publiziert.

Im Jahr 1963 kam Roger Gloor zur Automobil Revue. Da hatte er, Jahrgang 1937, eine kaufmännische Lehre samt späterer dreijähriger Weiterbildung zum Diplom-Kaufmann, eine Tätigkeit in der Buchhaltung und in der Marktforschung eines Schweizer Montagewerks ab-solviert. „Schon als Kind und Jugendlicher war ich auf Autos (und Flugzeuge) fixiert“, erinnert sich der Buchautor, „ich kaufte entsprechende Literatur und abonnierte die Automobil Revue.“ Bei dieser renommierten Wochenzeitung war er zunächst für Themen wie Verkehr und Straßenbau, danach für das Ressort internationale Automobilwirtschaft zuständig. Zudem beschrieb er neue Fahrzeugmodelle und war Mitglied des Testteams. Nebenbei war er längere Zeit stellvertretender Sportredakteur und führte später auch das Ressort Autodesign ein.

Gloor als Jüngling im Ford V8 gleichen Jahrgangs. Foto: Gloor

Gloor als Jüngling im Ford V8 gleichen Jahrgangs. Foto: Gloor

Auf Anregung des damaligen Chefredakteurs Ing. Robert Braunschweig fand Gloor auch den Weg zur Automobilhistorie. Zu den herausragenden Werken Gloors, die in keiner Sammlung von Automobilliteratur fehlen darf, zählt die Buchserie „Alle Autos der 50er/60er/70er/80er Jahre“. Als sein schönstes Werk bezeichnet er den Band „Zukunftsautos der 80er Jahre“ über alle Concept-Cars jenes Jahrzehnts. Der Band „Alle Autos der 80er Jahre“ war sein mühsamstes Projekt und kam erst 2012 auf den Markt, nachdem er das ursprüngliche Layout des 500 Seiten umfassenden Hauptteils neu entworfen hatte.

Roger Gloor aus Bern, Schweiz, erhält den Goldenen Kolben 2015. Foto: Gloor

Roger Gloor aus Bern, Schweiz, erhält den Goldenen Kolben 2015. Foto: Gloor

Eine weitere Aktivität entwickelte Gloor im Jahr 2008, als er die Veranstaltung „Italiauto“ ins Leben rief. Bei diesem Jahrestreffen mit Concorso d´Eleganza für italienische Oldtimer wird der emotionalen Bindung zu diesen Fahrzeugen Rechnung getragen. Es findet statt in Wangen an der Aare, einem historischen Städtchen zwischen Bern und Zürich. Bereits in den 60er-Jahren begann für Gloor eine Nebentätigkeit in den Jurys von diversen Concours d´Elégance, zunächst für Neufahrzeuge, später für Oldtimer. Dazu ist er vier- bis fünfmal pro Jahr im Einsatz, manchmal als Jurypräsident. Seit 2010 ist er auch in der Jury des „Retro Classics meets Barock“ im Schlossgarten zu Ludwigsburg im Einsatz. Er besitzt übrigens selber Oldtimer, ein Cabriolet aus dem Jahr 1962 und ein Coupé des Jahrgangs 1963.

Automobilbuch-Klassiker aus der Feder des Presiträgers Roger Gloor.

Automobilbuch-Klassiker aus der Feder des Presiträgers Roger Gloor.

Goldener Kolben
Der goldene Kolben ist eine Auszeichnung für besondere Leistungen zur Dokumentation der Fahrzeuggeschichte und ihrer Darstellung in der Öffentlichkeit. Seit 2006 werden Persönlichkeiten im Rahmen der Bremen Classic Motorshow von F-kubik ausgezeichnet.

2006: Günther Krön für die Wiederbelebung und Durchführung der historischen Fahrt „2000 km durch Deutschland“.
2007: Karl-August Almstadt für publizistische Leistungen als TV-Moderator und Publizist für autobild Klassik.
2008: Winfried A. Seidel als Initiator und Betreiber der Veterama sowie des Benz-Museums in Laden-burg.
2009: Prof. Dr. Peter Kirchberg für seine langjährige Arbeit an der Universität Dresden und seine Do-kumentation der Geschichte der Auto Union.
2010: Dipl.-Ing. Mag. phil. Wolfgang M. Buchta als Herausgeber und Chefredakteur von Austro-Classic.
2011: Karl Reese als Experten und einer der ersten Publizisten der Motorradgeschichte.
2012: Michael Graf Wolff Metternich als Interpret für die Maybach-Geschichte und entsprechende Veröffentlichungen.
2013: Erika Kübler für ihren selbstlosen Einsatz zum Erhalt des Lebenswerks des Künstlers und Designers Louis L. Lepoix.
2014: Ivan Mahy für seinen unermüdlichen Einsatz, eine einzigartige Fahrzeugsammlung möglichst weitgehend der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

F-kubik
steht für das „Forum für Fahrzeuggeschichte“, eine seit 2001 wirkende Gruppe von Fahrzeug-Historikern, Motorjournalisten und Verlegern zur Stärkung der Bedeutung der Fahrzeuggeschichte in der Öffentlichkeit. Zur Gruppe zählen Eckhart Bartels, Lars Döhmann, Horst-Dieter Görg, Ulrich Knaack, Peter Kurze, Rainer Manthey, Halwart Schrader, Udo Stünkel und Hans-Joachim Weise. Neben anerkannten eigenen Veröffentlichungen oder Expertisen zu historischen Fahrzeugen bündeln sie ihr Fachwissen zur Fahrzeuggeschichte bei der Mitarbeit in Projekten der Industrie, öffentlichen Einrich-tungen und privaten Sammlungen sowie bei Oldtimer-Veranstaltungen und -Messen wie der Bremen Classic Motorshow. Für die interessierte Öffentlichkeit wird alle zwei Jahre ein Symposium zur Fahrzeuggeschichte an wechselnden Orten durchgeführt. Weitere Informationen findet man unter www.f-kubik.de

Eine Reaktion

  1. Nino Arcari Juni 7th, 2017 at 08:26

    Guten Morgen,
    jetzt endlich hatte ich die Zeit „Nachkriegswagen 45-60 kompl. zu lesen. Als Oldiefan (AH3000, 911, DS23)ist es mir voll bewusst welche unheimliche Mühe und Arbeit es war, diese Informationen zu sammeln und in dieser Detailperfektion zu Papier zu bringen. Ich kann mir garnicht vorstellen dass das v.g. 80er Jahre-Buch noch mühsamer gewesen sein könnte. Ich danke Ihnen, Herr Gloor, die wir zusammen in diesem Jahr 80 werden, und verbleibe mit freundlichen Grüssen
    Nino Arcari

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