Oldtimer-Index des VDA: Leichter Wertzuwachs in 2014

2. Januar 2015

Willkommen im Jahr 2015: Wir wünschen allen Lesern ein gutes, gesundes und erfolgreiches Neues. Der Verband der Automobil-Industrie meldete am 1. Januar 2015: Der durchschnittliche Wert von historischen Kraftfahrzeugen ist 2014 erneut gestiegen, allerdings mit etwas geringerer Geschwindigkeit. Der Deutsche Oldtimer Index, den der Verband der Automobilindustrie (VDA) herausgibt, legte 2014 um 4,5 Prozent zu. Damit stieg der Index 2014 von 2.186 auf 2.285 Punkte. 2013 hatte er noch ein Plus von über 8 Prozent erreicht. Damit bestätigt sich ein Muster der vergangenen Jahre: Nach Phasen mit stärkerem Wertzuwachs folgen in der Regel Phasen mit einem  geringeren Anstieg. Langfristig zeigt der Deutsche Oldtimer Index eine klar positive Tendenz nach oben.

Die reine Wertentwicklung von Oldtimern bietet Renditechancen, doch die laufenden Kosten dieser Anlageform sind hier nicht berücksichtigt. Grafik: VDA

Die reine Wertentwicklung von Oldtimern bietet Renditechancen, doch die laufenden Kosten dieser Anlageform sind hier nicht berücksichtigt. Grafik: VDA


Platz eins in der Rangliste der Fahrzeuge mit dem höchsten Wertzuwachs gegenüber dem Vorjahr hat die Sportwagen-Legende Mercedes-Benz 300 SL (Flügeltürer) erobert (Vorjahr: Platz zwei). Dahinter folgt ein bekannter US-Amerikaner: Der Chevrolet Camaro der Baujahre 1978 bis 1981 war bereits 2012 Zweitbester im Wertzuwachs. Den dritten Rang belegt das Mercedes-Benz 500 SEC Coupé (W 126), das von 1985 bis 1991 gebaut wurde. Dahinter folgt der Volvo PV 544 (Baujahre 1961-1965). Zwei Opel-Modelle belegen die Plätze fünf und sechs: Der Opel Commodore, eine Limousine der oberen Mittelklasse (1969-1971) mit Reihensechszylinder, und dahinter der etwas schwächer motorisierte Opel Rekord C 1700 (1968-1971). Der Opel Ascona B (1975-1981) schafft es auf Platz zehn. Damit sind historische Opel-Modelle 2014 in den Top Ten am stärksten vertreten.

 

Der Mercedes-Benz 300 SL (Flügeltürer) legt nicht nur im Vorjahresvergleich am stärksten zu: Der Wagen führt auch die Rangliste der Fahrzeuge mit dem stärksten Wertzuwachs seit Beginn der Index-Berechnung 1999 an. Platz zwei teilen sich automobile Legenden aus dem Volumensegment: die „Ente“ (Citroen 2CV 6) und der VW „Bulli“ (VW Bus Typ 2 T2). Beide Fahrzeuge haben ihre hohen Wertzuwächse in den vergangenen 15 Jahren auch einem relativ geringen Ausgangsniveau zu verdanken. Es folgen weitere Modelle aus dem Segment der Alltagsfahrzeuge der 1970er Jahre: der Ford Escort 1100 S (1968-1970) und dahinter der Renault R4 (1972-1974).

Die zehn Modelle mit der höchsten Wertentwicklung im letzten Jahr. Bild: VDA

Die zehn Modelle mit der höchsten Wertentwicklung im letzten Jahr. Bild: VDA

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Im Oldtimer-Markt lassen sich verstärkt zwei voneinander zunehmend unabhängige Segmente beobachten. Einerseits wurden auf öffentlichen Auktionen für selten gebaute Fahrzeuge, Einzelstücke oder Rennwagen, nicht selten mit berühmten Vorbesitzern, im vergangenen Jahr Rekordpreise erzielt. Dieser Bereich ist für den gesamten Oldtimermarkt jedoch wenig repräsentativ, denn hier wird häufig unter dem Gesichtspunkt der Geldanlage in Sachwerten gekauft. Auf der anderen Seite stehen die echten Oldtimer-Enthusiasten, die sich unabhängig vom Seltenheitswert oder Wertsteigerungspotenzial für ihre Fahrzeuge begeistern. Sie geben im Durchschnitt für ein historisches Fahrzeug deutlich weniger als 20.000 Euro aus. Der Wertzuwachs dieser Fahrzeuge kompensiert in der Regel nicht die stetig anfallenden Wartungs- und Unterhaltskosten. Solche Fahrzeuge bilden auch den Kern des Deutschen Oldtimer Index: Hier werden keine Einzelstücke aufgenommen, sondern nur Fahrzeuge, von denen eine gewisse Stückzahl gebaut und auch heute noch gehandelt wird. Die Basis des Index bilden Daten des Bochumer Bewertungsspezialisten classic-analytics. Für die Ermittlung des Index werden 88 Fahrzeuge ausgewählt, die aufgrund ihrer Spezifikationen, ihres Herstellerlandes sowie ihrer Häufigkeit den deutschen Oldtimer-Markt repräsentativ abbilden. Die aktuellen Zulassungszahlen werden bei der Berechnung berücksichtigt.

Mit einer Analyse der Oldtimer-Wertentwicklung in einem eigenen Index, in den über 130 Werte Eingang finden, wird 2000km.com in Kürze eine eigene detaillierte Studie präsentieren. Vorab nur so viel: Klassische Fahrzeuge haben nicht allgemein überdurchschnittlich viel an Wert dazugewonnen. Als Anlageform ist ein Oldtimer zwar nicht ungeeignet, bei einem Goldpreis von 1300 Dollar pro Unze wäre das Edelmetall jedoch seit 2007 oder 2008 die bessere Anlage gewesen. Denn anders als beim Auto, dass Garagenmiete kostet, bei dem sich die Batterie entleert, die Reifen sich plattstehen oder dessen Betrieb durch Zulassung, Steuer, Versicherung und Kraftstoff an der Marge zehrt, entstehen bei der Anlage in Edelmetall fast keine Kosten.

Eine Reaktion

  1. Chr.Frauenberger Januar 7th, 2015 at 09:37

    Nur die Oldtimerfreunde wissen, wohin sie wollen. sie wenden ihre Zeit an ein Auto aus altem Blech und das Auto wird ihnen sehr wertvoll, und wenn man es ihnen wegnimmt, weinen sie…
    (könnte der kleine Prinz zum Weichensteller gesagt haben)
    “ Sie haben es gut “ sagte der Weichensteller.

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