Bremen Classic Motorshow 2015: Die Cisitalia-Linie von Pinin Farina macht Schule.

8. Dezember 2014

Keine Frage: Die flache und fließende Form des Cisitalia 202 Gran Sport, die in einer norditalienischen Carrozzeria nach dem Design von Pinin Farina ab 1946 gebaut wurde, ist der Beginn des modernen Automobildesigns. Viele Autobauer nahmen die runde GT-Form und das Fließheck auf, das durch seinen in einer durchgängigen Linie integrierten Kofferraum besticht – ein weltweit nachhaltiger Erfolg. Die Bedeutung des Entwurfs von Pinin Farina für die Automobilgeschichte und die Interpretationen seiner Kollegen wie Zagato, Boano oder Bertone wird die Sonderschau „Italienische Eleganz“ auf der Bremen Classic Motorshow von Freitag bis Sonntag, 6. bis 8. Februar 2015, widerspiegeln.

Der Reihe nach: Der kleine Sportwagen Cisitalia 202 wird 1946 beim Concours in Villa d‘Este mit der Goldmedaille prämiert. Technisch war kurz nach dem Krieg noch nicht viel passiert, glänzende Materialien wie Chrom waren knapp oder nicht vorhanden. Der Schnitt der Karosserie war aber überzeugend modern – Pinin Farina traf damit den Nerv der Zeit, denn nach Jahren der Entbehrung sehnten sich die Menschen nach etwas Neuem und Schönem. Schon 1951 wird der Pinin-Farina-Entwurf des Cisitalia endgültig geadelt: Das Museum of Modern Art nimmt ein rotes Exemplar in seine Sammlung auf, wo es bis heute für eine Designqualität steht, die aus dem Prinzip der Knappheit resultiert.

Technisch innovativ und Symbol des Fortschritts: die Lancia Aurelia B20 GT von Boano (1952). Foto: Messe Bremen.

Technisch innovativ und Symbol des Fortschritts: die Lancia Aurelia B20 GT von Boano (1952). Foto: Messe Bremen.

Die Sonderschau im Rahmen der Bremen Classic Motorshow wird unter anderem drei Alfa-Romeo-Modelle von verschiedenen Designern aus den Jahren 1954 bis 1963 präsentieren, die die fließenden Formen des Cisitalia 202 PF Coupés aufnehmen und interpretieren: Auf der Sonderfläche in Halle 5 sind die Giulia SS von Bertone (1963), die Giulietta SZ von Zagato (1960) und der Alfa Romeo 2000 Sportiva wieder von Bertone (1954) zu sehen.

Die Lancia Aurelia GT B20 von Boano (1952), die Lancia Flaminia Sport von Zagato (1960), der Fiat 8V aus dem hauseigenen Studio (1954) und der Fiat Abarth 750 GT von Zagato (1957) verdeutlichen, dass das moderne Design des Cisitalia auch für eher im Straßenalltag übliche Karossen der 1950er- und 1960er- Jahre hoch im Kurs stand. Messe-Projektleiter Frank Ruge holt aber auch aus dem Segment der Luxusautos Beispiele für die stilbildende Kraft des Pinin Farina-Designs nach Bremen. Einen passenden Ferrari 250 und einen Aston Martin DB 2/4 hat er bereits fest im Blick.

Sprichwörtliches italienisches Temperament, schwungvoller Auftritt und Ausdruck spiegeln sich auch in der diesjährigen Motorradsonderschau wieder. Unter dem Motto „Design & Race“ werden besondere Designerstücke und spektakuläre Rennmaschinen gegenüberstellt.

Im Übrigen präsentiert sich die Bremen Classic Motorshow noch ein bisschen größer als zuvor: Sie belegt nun auch beide Oberdecks des Foyers der ÖVB-Arena und sämtliche Hallen der Messe Bremen. Für noch mehr Ausstellungsplatz sorgt die mobile Halle 8, die bereits 2014 Premiere feierte. 650 Aussteller aus zwölf Nationen bringen käufliche Oldtimer aus allen Zeiten des Automobilbaus mit. Auch Motorräder und Ersatzteile in Hülle und Fülle sind zu kaufen.

Und noch eine Neuigkeit: Ab Dienstag, 20. Januar 2015, können Fans sich auch mobil über die Bremen Classic Motorshow informieren. Dann steht in allen App-Stores die Bremen-Classic-Motorshow-App kostenfrei zum Download bereit.

Eine Reaktion

  1. Chr.Frauenberger Dezember 9th, 2014 at 13:05

    Alle Jahre wieder
    kommt die Motorshow
    auf die Weide nieder
    singt man A und O.

    Sieht man schicke Klassik
    elegant und rassig
    Oldis aus dem Laden
    sind recht schwer zu haben.

    Ich fuhr mal ein in dieses Haus
    und glaubt es:
    Ich fuhr das Coupé auch wieder raus.

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste VideosMehr Videos »