20. Oldtimerspendenaktion: läuft bis 20. Januar 2015

8. Oktober 2014

In diesem Jahr feiert die Oldtimerspendenaktion ein stolzes Jubiläum: Seit 20 Jahren helfen viele Hände, Spender, Teilnehmer, Firmen, Werkstätten und private Initiativen wichtige und notwendige Projekte für Menschen mit geistiger Behinderung und psychischer Erkrankung in die Tat umzusetzen.  Wieder warten tolle Klassiker und Youngtimer, wahlweise mit vier oder zwei Rädern, auf glückliche Gewinner:


1. Preis: Jaguar MK II, Bj. 1963
Jaguar-Chef Sir William Lyons hat 1955 den richtigen Riecher, als er, angespornt vom Erfolg seiner Sportwagen, eine leichte Limousine für den fahraktiven Gentleman lanciert. Der (später Mk I genannte) Viertürer besitzt als erster Jaguar eine selbsttragende Karosserie. Mit der Weiterentwicklung zum Mk II (1959) wird dank breiterer Spur an der Hinterachse und serienmäßiger Scheibenbremsen der sportliche Charakter weiter geschärft; die Optik profitiert von größeren Fensterflächen und einer tiefer gezogenen Gürtellinie. Schon zu Lebzeiten eine Design-Ikone, wird der Mk II als einer der schnellsten Viertürer seiner Zeit auch zum Urvater der modernen Sportlimousine. Über 83.000 Stück werden gebaut.


Bekannt gemacht hatte den schnittigen Klassiker damals Günter Pfitzmann in der Serie „Gestatten, mein Name ist Cox“. Als flotter Benziner erreicht er mit 210 PS bei 3,4 l Hubraum und Overdrive eine Geschwindigkeit von ca. 200 km/h. Das große Faltdach erfreut auch Frischluftfans. Gespendet wurde der elegante Klassiker von Frank Rückriegel, Druckriegel GmbH, Frankfurt.

Der 1. Preis_Jaguar MK II_Hintergrund


2. Ferrari Mondial QV Cabrio, Bj. 1985
Keine andere Marke hat diesen Klang. Ferrari – das hört sich schon sexy an, wenn man es nur ausspricht. Alle Autofans kennen sie, die Geschichte des Tyrannen Enzo, der die besten Vollgasakrobaten der Welt antrieb, sich in seinen blutroten Boliden zu Tode zu fahren. Die traumhaften Straßenautos, die in Maranello quasi nebenher entstanden sind, haben Generationen von Benzinblütern fasziniert. Der Mondial allerdings muss seinen Platz in der Legende noch finden. Schuld ist die Form: Ferraris Hausschneider Pininfarina muss Ende der 70er eine Hülle für ein viersitziges Ferrari-Mittelmotorcoupé entwerfen. Keine leichte Aufgabe, denn wenn vor der Hinterachse ein Dreiliter-V8 und die Fondpassagiere Platz finden sollen, fallen Radstand und Heckpartie ungewöhnlich lang aus. Schon mit dem von Bertone gezeichneten Mondial-Vorgänger 308 GT4 taten sich die Ferraristi schwer. Aus heutiger Sicht lockt der eigenartige Mondial jedoch mit allem, was ein Ferrari der 80er so haben muss: einer zeitgeistigen Keilform mit Klappscheinwerfern, der klassischen verchromten Schaltkulisse und einem Motor, der in Sachen Sound und Elastizität keine Wünsche offen lässt. Und: als nicht-rotes Cabriolet strahlt dieser Mondial sogar eine ganz besondere Eleganz aus. Die seitlichen Kühlluft-Kiemen im Testarossa-light-Stil – Schwamm drüber.

Dafür hört sich der Mondial sagenhaft an: Unter 4500 Touren lässt er Laura Branigan noch eine Chance, wenn sie „Self Control“ aus den Lautsprecherlöchlein der roten Türverkleidungen trällert. Steigt die Nadel des Drehzahlmessers weiter, übertönt der 240 PS starke Vierventiler alles, als wolle er sein Stigma des kultivierten Posers wegblasen. Und da ist er wieder, dieser Klang.


Der F108 AL/C erreicht bei 3 l Hubraum und 235 PS eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 235 km/h. Das neue Sonnenlandverdeck hat Kraftfahrzeugtechnik KHM Cabrio-Verdecke, Klaus-Hermann Mayer aus Esslingen, spendiert.


Der Spender trennte sich schweren Herzens von dem spritzigen Youngtimer – von dem nur 629 Stück gebaut wurden – für den guten Zweck.

Der 2. Preis_Ferrari Mondial QV Cabrio_Hintergrund


3. Mercedes-Benz 200/8, Bj. 1975
Nur drei Vorbesitzer und eine geringe Kilometerleistung in fast 40 Jahren zeichnen den W 115, die Mercedes-Mittelklasse Limousine aus. Der Vierzylinder verfügt über 2 l Hubraum, mit seinen 95 PS erreicht er eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 160 km/h. Zeitlos und nüchtern designed von Paul Bracq erfreute sich der Strich 8, so die werkseitige Bezeichnung der Modellreihe, großer Beliebtheit: ca. 2 Millionen Modelle wurden damals weltweit verkauft. 1974 lag er bei der Neuzulassungsstatistik sogar vor dem VW-Käfer und dem VW-Golf, war somit das meistverkaufte Fahrzeug in jenem Jahr.


Dabei gab es bei der Ausstattung große Unterschiede. Durch die legendäre Mercedes-Aufpreispolitik entschieden sich die einen für die karge „Buchhalterausstattung“, andere dagegen gönnten sich eine komfortable Reihe von Extras – was durchaus zur Verdopplung des Basispreises führen konnte.
Trotz der geringen Laufleistung entschied sich der Vorbesitzer den Daimler aufwändig komplett zu restaurieren und hat dabei jeden Schritt akribisch dokumentiert. So kann sich der Gewinner über eine technisch und optisch generalüberholte strahlendweiße Limousine freuen, die alle Anforderungen der Alltagstauglichkeit erfüllt. Komplette Vita, Datenkarte und Originalbrief sind ebenfalls vorhanden.
Gespendet wurde der attraktive Oldtimer von Richard Adamek aus Ratingen.

Der 3. Preis_Mercedes-Benz 200-8_Hintergrund


4. Opel Manta A, Bj. 1972
Der Manta war jung. Und wer ihn fahren wollte, brauchte auch Geld. Doch der Manta war ein Opel – und so musste niemand seine Schwiegermutter verkaufen, um in den Genuss seines sportlichen Images zu kommen. „ Was wollen Sie: Gutes Aussehen oder guten Preis? Oder beides? “ texteten die Opel-Werber 1975 und verwiesen auf die technische Verwandtschaft zum Ascona, Opels Mittelklasse-Held der 70er. Er machte den Manta doppelt gesellschaftsfähig, denn „ sportliche Fahrer müssen sich nicht einschränken “.

Den Gattinnen von damals schien das annehmbar: Fahrspaß ohne Verzicht auf Alltags-Qualitäten. Auch bei den Motoren: Vier Zuverlässige bot Opel an, vom 1,2 Liter „ S “ mit 60 PS bis zum 1,9 Liter mit 90 PS. Den Kunden damals reichte das, solange der Fuchsschwanz schneller im Fahrtwind flatterte, als Starrachse und Schraubenfedern über den Asphalt tänzeln konnten. Nie wieder war ein Opel so jung wie der Manta.
Die überaus zeitlos gelungene Optik macht den Manta auch heute noch zum Kultobjekt. Eine Spende von Frank Rückriegel, Druckriegel GmbH, Frankfurt.

Der 4. Preis_Opel Manta A_Hintergrund


5. Mini Cooper 1.3, Bj. 1998
So sieht ein Kleinwagen aus, den alle liebten: das Swinging London, die Helden der Rallyepisten und sogar die Queen. Mit seinen süßen Sechzehn ist dieser Mini Cooper 1.3i allerdings noch nicht mal ein volljähriger Youngtimer. Egal: Der Ur-Opa aller Großstadtzwerge verzückt den Fahrer mit der Direktheit seiner Lenkung und der Härte seines Fahrwerks. Je mehr 90-Grad-Kurven der Weg zum Klassiker hat, desto besser. Nur ein Mini fährt wie ein Mini – auch als Klassiker der 90er-Jahre ist die britische Kleinwagenikone noch ein Garant für ungefilterten Fahrspaß. Auch wenn dieser 1998er schon eine Benzineinspritzung, einen Fahrerairbag sowie einen Katalysator mit an Bord hat. Mini-Vater Alec Issigonis gelingt eine Sensation, als er es schafft, Platz für vier Personen in einem Drei-Meter-zehn-Auto zu schaffen. Dank der britischen Marotte, eine geniale Idee zu würdigen indem man sie einfach nicht sterben lässt, überlebt der Mini bis ins neue Jahrtausend. So sexy wie Topmodel Twiggy in ihren besten Jahren – und unerreicht praktisch im Blechgewimmel der Metropolen.


Mr. Bean, The Beatles, Peter Seller, Twiggy – alle liebten Sie das „Häuschen auf vier Rädern“. Der sympathische kleine Brite, eine fröhliche Mischung aus Kompaktwagen und Go-Cart, rollte 41 Jahre lang erfolgreich in verschiedenen Versionen über 5,5 Millionen Mal vom Band. Flott motorisiert mit 63 PS verspricht er uneingeschränkten Fahrspaß. Und er feiert 2014 ein Jubiläum – 55 Jahre ist es her, seit der erste Mini Englands Straßen bereicherte. Tatsächlich – und zunächst unerwartet – ist der Dauerbrenner der meistverkaufte britische Wagen. Für den guten Zweck gespendet wurde er von BMW Group Classic in München.

Der 5. Preis_Mini-Cooper_Hintergrund


6. Citroen AK 400, Bj. 1975
Sie zählt heute zu den teuersten Brot-und-Butter-Oldtimern: Die Ente. Wohl dem, der eine hat! Den Kastenwagen AK 400 schätzten seinerzeit nicht nur – ähem – „fliegende“ Händler und Bauern im ländlichen Frankreich, sondern auch Philosophie-Studenten – es war halt so schön viel Platz drin. Notfalls passte sogar eine Matratze und genug Proviant rein, um ganz spontan bis an die Côte d’Azur zu schaukeln. Die Geschichte des Turms würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen, zur Kastenente sei aber gesagt, dass erst mit ihrem Erscheinen im Oktober 1950 die Verkaufszahlen des 2 CV richtig abhoben. Plötzlich war Citroëns Kleinster kein klappriger Notbehelf mehr. Sondern einer, der die Ärmel hochkrempeln und was wegschaffen konnte. Der Kundschaft damals imponierte das. Und so hatten auch die Redakteure von AUTO BILD KLASSIK ihren AK 400 schnell ins Herz geschlossen: Als Papier-Transporter ließ der sich nämlich von keinem anderen so schnell die Butter vom Brot nehmen – eine „Zeitungsente“ eben!


Unsere Kastenente ist eine AK 400, Baujahr 1975, und wohl der geräumigste 2 CV mit LKW-Zulassung und Anhängerkupplung, und damit einer der filigransten Vertreter der Nutzfahrzeug-Szene. Viele Jahre leistete sie gute Dienste in einer französischen Gärtnerei, ehe die Ente – in erstaunlich gutem Zustand – in Liebhaberhände nach Deutschland kam.


Nun dient sie einem guten Zweck, aufgepeppt im Pin-up-Style mit Unterstützung und in Medienkooperation mit AUTO BILD KLASSIK!
Als Preis der Oldtimerspendenaktion wurde sie von Citroën Deutschland gespendet und war im Laufe des Jahres auf vielen Oldtimerveranstaltungen zu sehen!

Der 6. Preis_Citroen AK 400_Hintergrund


7. VW Golf I, Bj. 1981
Als klassenloses Massenauto hat der VW Golf Millionen mobilisiert. Als er 1974 den Käfer ablöst, bedeutet das einen der radikalsten Modellwechsel der deutschen Autogeschichte: Frontmotor mit Wasserkühlung statt luftgekühltem Boxer im Heck, Vorder- statt Hinterradantrieb, Kanten statt Kurven, selbsttragende Karosserie statt Vorkriegs-Stromlinie auf Plattformrahmen. Vierzig Jahre ist das inzwischen her. Und inzwischen sind alle Golf der ersten Generation in die Liga der H-Kennzeichen-Träger aufgestiegen. Die Straße vom alltäglichen Gebrauchsgegenstand zum verhätschelten Liebhaberauto war für den Golf jedoch ungleich holpriger als für seinen legendären Vorgänger, den Käfer. Dabei muss es gar kein Kurvenheizer-GTI sein, um mit einem Golf I als Oldtimer Freude zu haben. Auch wenn manche meinen, dass mit ihm die Gleichmacherei unserer Autos begann: Der Golf ist nicht nur rollendes Familienalbum für eine Generation – er gab ihr sogar einen Namen. In Samtorange, Farbcode LA2A, erinnert dieser 50 PS starke Golf I von 1981 zudem an Zeiten, als die Farbkarten der Hersteller uns nicht nur zwischen Hell-, Mittel- und Dunkelgrau entscheiden ließen.
Danke für diese 80er-Jahre-Ikone an Daniel Schroeder, Frankfurt.

Der 7. Preis_ VW Golf I_Hintergrund


8. BMW R 80 R
Eine gelungene Mischung, die BMW ab 1993 als Nachfolger der R 80 präsentiert: 980 ccm Hubraum leisten 60 PS, Gabel, Vorderrad und Bremsen sind der BMW K100 entliehen. Gepäcktaschen, Sissibar und BMW Windschild sind Garanten für eine sicheren Tourenmaschine mit Boxermotor für langes entspanntes Cruisen.
Frank Rückriegel, Druckriegel GmbH aus Frankfurt stellt diese attraktive Maschine zur Verfügung.

8. Preis_BMW R 80 R

9. Kawasaki Z 200 A
37 Jahre alt und nur 5147 km auf dem Tacho: Erworben hatte sie der Vorbesitzer 1977, seit 1983 wurde das gute Stück aber nur in der Garage gepflegt und erhielt nur alle zwei Jahre regelmäßig seine TÜV-Plakette. Der luftgekühlte japanische 1-Zylinder Viertakt-„Reiskocher“ ist die perfekte kleine Maschine für Ausfahrten in die nähere Umgebung und für Zweiradeinsteiger bestens geeignet.
Gespendet wurde sie aus dem Nachlass von Herr Prof. Dr. Wolfgang Knigge.

9. Preis_Kawasaki Z 200 A

Viele weitere Preise warten auch dieses Jahr wieder auf unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dafür ein herzliches Dankeschön an die Spender!


Im Mittelpunkt unserer 20. Oldtimerspendenaktion steht in diesem Jahr ein inklusives Wohnprojekt. Dort werden Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen gemeinsam mit Menschen ohne Behinderung gemeinsam unter einem Dach wohnen und leben.


Teilnehmen kann Jedermann mit einer Spende von 5,- Euro oder einem Betrag nach Wahl auf das Spendenkonto bei der Sparkasse Gießen, BLZ 513 500 25, Kto.-Nr. 200 626 000; IBAN DE38513500250200626000, BIC SKGIDE5FXXX. Teilnehmen kann man auch online oder per Fax unter www.oldtimerspendenaktion.de. Dort gibt es auch viele Informationen rund um die Oldtimerspendenaktion, die Fahrzeuge und die Spendenprojekte.
Aktionsende ist der 20. Januar 2015.

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