Ein vierfacher Weltrekordler sucht seine Karosserie und die Historische Rekordwoche Dessau

18. August 2014

Ein vierfacher Weltrekordler sucht seine Hülle

Nach dem erneuten Gewinn der Fußballweltmeisterschaft kann sich Deutschland in diesem Jahr über den vierten Stern freuen. Bereits vor 75 Jahren fuhr ein Stromlinienwagen von Hanomag aus Hannover bei Dessau vier „Diesel-Sterne“. Die damals erreichten vier Weltrekorde werden mit der Rekonstruktion des Fahrzeugs gewürdigt. Damit ist die Hanomag IG bereits weit vorangeschritten. Für die noch zu vollendende Aluminiumhaut fehlen allerdings ein paar weitere Sponsoren.

Fahrbereit, aber unkarossiert: der rekonstruierte Hanomag Diesel-Rekordwagen. Foto: Görg.

Fahrbereit, aber unkarossiert: der rekonstruierte Hanomag Diesel-Rekordwagen. Foto: Görg.

Der spektakuläre Neuaufbau des Hanomag Rekord Diesel von 1939 ist auf der Zielgeraden angelangt. Entstanden ist das weit fortgeschrittene und inzwischen fahrbereite Fahrzeug in ehrenamtlichen Anstrengungen vieler Freiwilliger und professioneller Förderer. Doch um diesen Meilenstein hannoverscher Technikgeschichte fertigstellen zu können, bedarf es weiterer Unterstützung. Bis heute sind bereits knapp 100.000 € aus Spenden in das Projekt geflossen, zur Vollendung fehlen noch rund 60.000 €.

Dieser in Hannover erdachte und konstruierte Wagen mit Aluminiumhaut, dessen Original im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, hat vor 75 Jahren auf der Autobahn bei Dessau vier Weltrekorde erzielt. Der Rekordwagen basiert auf damaliger Serientechnik: Von 1934 bis 1940 baute die Hanomag rund 20.000 Pkw des Typ Rekord.

Wer den Aufbau des Fahrzeugs unterstützen möchte, wendet sich an die Hanomag IG e.V., Horst-Dieter Görg, Braunschweiger Straße 52 in 31 134 Hildesheim. Weitere Informationen gibt es auch unter www.hanomag-museum.de.

Für die Vollendung dieses Meilenstein der Mobilitätsgeschichte werden noch Spenden gesucht. Foto: Görg.

Für die Vollendung dieses Meilensteins der Mobilitätsgeschichte werden noch Spenden gesucht. Foto: Görg.

Historische Rekordwoche Dessau: 30. September bis 5. Oktober

Nachdem das Hanomag-Diesel-Rekordfahrzeug einsatzbereit ist, auch wenn die Karosserie leider noch fehlt, laufen die Vorbereitungen zur Historischen Rekordwoche Dessau. Unter diesem Titel werden am 3. Oktober neben dem hannoverschen Diesel-Rekordwagen auch andere Stromlinienfahrzeuge auf der dazu zeitweise gesperrten Autobahn bei Dessau an den Start gehen. Das erste dutzend Fahrzeuge ist inzwischen auf den Start vorbereitet. Mittelpunkt dieser Veranstaltung ist das Junkers-Museum.

Auf der 1939 eröffneten Autobahn Berlin – Leipzig wurden auf einem für Höchstgeschwindigkeiten konzipierten Streckenabschnitt bei Dessau zahlreiche Rekorde aufgestellt. Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs nahmen daran alle bedeutenden deutschen Automobilhersteller teil. Ein mehrtägiges Revival wird in diesem Jahr, also 75 Jahre später, daran erinnern.

Dazu hat sich eine Veranstaltergemeinschaft gebildet, die aus der Kfz-Innung Dessau-Roßlau, dem Junkersmuseum und der Hanomag IG aus Hildesheim besteht. Interessenten im Besitz von Fahrzeugen mit Stromlinienkarosserie der Baujahre 1939 und früher können sich anmelden bei Klaus-Lothar Brebber, Autopark Roßlau, Roßlauer Straße 102, 06861 Dessau-Roßlau.

So sah es vor 75 Jahren aus: Autobahn bei Dessau, Hanomag Diesel-Rekordwagen. Foto: Hanomag Bildarchiv.

So sah es vor 75 Jahren aus: Autobahn bei Dessau, Hanomag Diesel-Rekordwagen. Foto: Hanomag Bildarchiv.

Vorläufiger Terminplan:
„Historische Rekordwoche Dessau – 75 Jahre Aerodynamik“

Donnerstag, 2.10.2014
17:00 Uhr Eröffnung Förderverein Technikmuseum Dessau, OB Kuras
Begrüßung der Teilnehmer, Hanomag IG e.V., Herr H.-D. Görg

17:30 Uhr Vortrag: 75Jahre Rennstrecke Dessau und Herr H. Erfurth
75Jahre Hanomag Rekordwagen Diesel
18:30 Uhr Vortrag: Hanomag als Wegbereiter des Dieselmotors
in unseren heutigen Pkw Herr H. Kremling

19:30 Uhr Rundgang im Technikmuseum; Imbiss durch Cateringfirma *

Freitag, 3.10.2014
8:00 Uhr Sammeln der teilnehmenden Fahrzeuge und Abfahrt
zur A9, Anschlussstelle Wolfen( Nr.12) Richtung Berlin
(über A-Zubringer B184 Dessau-Süd-Lingenau-T.v.d.H.-
Salzfurtkapelle-Löberitz-B183)

ca. 10:00 Uhr A9 frei für Fototermine / Demonstrationsfahrten
(Sperrung ab Brehna / Köckern)

ca. 13:00 Uhr Rückkehr der Fahrzeuge ins Junkers-Museum, dort Präsentation, Imbiss durch Cateringfirma *

14:00 Uhr Vortrag: Junkers Dieselmotoren, Referat des Wissenschaftlich Technisches Zentrum WTZ, Roßlau
15:00 Uhr Vortrag: Der Schlörwagen aus Göttingen, Frau Dr. Wichner, DLR

16:00Uhr Stadtrundfahrt mit Autobus u. Erklärungen – Dessau, die Stadt der Klassischen Moderne

19:00 Uhr Sinfoniekonzert Anhaltische Philharmonie *
Bach, Sinfonie G-Dur; Haydn, Viol.Cello Konzert D-Dur
Bruckner, Sinfonie3 D-Moll

Samstag, 4.10.2014
9:00 Uhr- 17:00Uhr begleitend: 1. Dessauer Seitenwagentreffen (Baujahr offen)

10:00 Uhr Vortrag: Aerodynamische Prototypen Herr H. Erfurth
11:00 Uhr Vortrag: form follows function Herr R. Faul, Stuttgart anschließend (ca. 12 / 12:30 Uhr) Imbiss durch Cateringfirma *

14:00 Uhr Abfahrt mit Autobus zur Besichtigung Schloss Oranienbaum

19:30 Uhr „Eichenkranz Wörlitz“ * gemütliches „Get together“ mit
Lichtbildvortrag von Helmut Erfurth und gastronomischer Versorgung

Sonntag, 5.10.2014
9:00Uhr- 13:00 Uhr Fototermin im Junkersmuseum; Frühschoppen;
Erfahrungsaustausch & Verabschiedung der Teilnehmer

* kostenpflichtig – genaue Höhe wird noch mitgeteilt

Für die Teilnahme an den Abendveranstaltungen, Bustouren und ggfs. Hotelreservierungen erbitten wir Voranmeldungen bis zum 05.09.2014.

 

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