25 Jahre Mauerfall: Historische Fahrzeuge in Marienborn

8. Juli 2014

Dass ich das noch erleben durfte, sagten viele Zeitzeugen und Teilnehmer am dritten Klassikertreffen an der ehemaligen Grenzübergangsstelle Marienborn. Dankbar erinnern sie an „die neue Freiheit“ der deutschen Wiedervereinigung. Dabei ist es für Zeitzeugen unerheblich, ob sie als DDR-Bürger diese Grenzkontrollstelle überhaupt nicht betreten durften – oder als Westdeutscher die perfiden und schikanösen Kontrollen beim Transit Westberlin über sich ergehen lassen mussten.
Ost oder West – alle waren sich einig, dass mit diesen Fahrzeugtreffen im zweijährigen Rhythmus die Erinnerung an die wiedergewonnene deutsche Einheit lebendig gehalten werden muss. Mit dem Informationsangebot der Gedenkstätte und dem Dialogprogramm des DEUVET als Bundesverband der Clubs klassischer Fahrzeuge ist dies an beiden Tagen des letzten Juni-Wochenendes erfolgreich gelungen: Über 250 Fahrzeuge und doppelt so viele Besucher kamen trotz Fußball-WM und wechselhaften Wetters an die ehemalige Grenze.

Zwischen 1961 und 1989 gab es eine innerdeutsche Grenze mit scharfen Kontrollen, Willkür mit eingeschlossen. Foto: DEUVET.

Zwischen 1961 und 1989 gab es eine innerdeutsche Grenze mit scharfen Kontrollen, Willkür mit eingeschlossen. Foto: DEUVET.

Erneut hatten die Gedenkstätte Marienborn und der DEUVET klassische Fahrzeuge zu einem Treffen unter den Dächern der ehemaligen GüSt. Marienborn eingeladen. Der Zuspruch der Besitzer von historischen Fahrzeugen war groß und nimmt jedes Mal zu. Auch die Vielfalt der Fahrzeuge wie DDR-Staatslimousinen und Transit-Lastzüge aus Belgien. Neben den typischen Transportern aus westdeutschen oder Deutrans-Garagen kamen viele Personenwagen gerade der jüngeren Baujahre bis 1989, um durch ihre Aufstellung als simulierten Stau an das bedrückende Szenario der vor den Kontrollpunkten wartenden Fahrzeugschlangen zu erinnern. Für Medien, Besucher und gerade für die Fahrzeugbesitzer selbst ein immer wieder gern dokumentiertes Bildmotiv.

Büssing Lkw an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Foto: DEUVET.

Büssing Lkw an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Foto: DEUVET.

An beiden Tagen boten die Veranstalter neben dem Unterhaltungsprogramm anspruchsvolle Information. Während zeithistorisch Interessierte mehrmals eine Führung über das Gelände mitmachen konnten, erhielten die Besitzer klassischer Fahrzeuge Gelegenheit, sich mit ihrem Bundesverband DEUVET über aktuelle Gesetze und kommende Regelungen für Oldtimer und Youngtimer auszutauschen. Gerade den teilnehmenden Brummifahrern liegt das für sie konträr wirkende Sonntagsfahrverbot auf Autobahnen quer im Magen. Mit ihren historischen Lastzügen sind sie doch gerade am Sonntag staufreier unterwegs. So bleibt es für den DEUVET eine schwierige Aufgabe, die verantwortlichen Politiker weiterhin von einer Ausnahmeregelung zu den bisherigen Vorschriften zu überzeugen.

Marienborn im Jahr 2014 ist eine Gedenkstätte, die alle zwei Jahre von klassichen Fahrzeugen belebt wird. Foto: DEUVET

Marienborn im Jahr 2014 ist eine Gedenkstätte, die alle zwei Jahre von klassichen Fahrzeugen belebt wird. Foto: DEUVET

Auch für 2016 wird zu einem DEUVET-Treffen an der Gedenkstätte Marienborn zur Erinnerung an den 1. Juli 1990 eingeladen. Das war der erste Tag der gemeinsamen deutschen Währung und das Ende aller innerdeutschen Grenzkontrollen.

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