Mercedes und die Mille Miglia 2014

12. Mai 2014

Das Mile Miglia-Erbe pflegt Mercedes-Benz Classic aktiv und kontinuierlich durch die Teilnahme an den Zuverlässigkeitsfahrten. Zudem öffnet in diesem Jahr erstmals die Gleichmäßigkeitsrallye „Mercedes-Benz Tribute to Mille Miglia“ die Strecke für Klassiker, die nicht im offiziellen Starterfeld teilnehmen. Außerdem präsentiert Mercedes-Benz in Kooperation mit dem Museo Mille Miglia in Brescia Werke des bekannten Presse- und Werbezeichners Hans Liska. Das starke Engagement ist Ausdruck der dauerhaften Verbundenheit der Stuttgarter Marke zur Mille Miglia: 2013 hat Mercedes-Benz als alleiniger automobiler Hauptsponsor der Mille Miglia eine Vereinbarung über die langfristige Zusammenarbeit mit der 1.000 Miglia S.R.L., Organisatorin der Tausend-Meilen-Fahrt, abgeschlossen.

Rudolf Caracciola und Wilhelm Sebastian beim Start zur Mille Miglia 1931 in Brescia.  Während der Starter gerade die letzten Sekunden bis zum Start herunterzählt,  verabschiedet sich Caracciolas Frau gerade von ihrem Mann, und Beifahrer Sebastian winkt zum Abschied.  Alle Scheinwerfer sind gegen Steinschlag durch Abdeckkappen geschützt, was bei den häufigen  Naturstraßen unbedingt erforderlich ist. Foto: Mercedes-Benz Classic

Rudolf Caracciola und Wilhelm Sebastian beim Start zur Mille Miglia 1931 in Brescia.
Während der Starter gerade die letzten Sekunden bis zum Start herunterzählt,
verabschiedet sich Caracciolas Frau gerade von ihrem Mann, und Beifahrer Sebastian winkt zum Abschied. Alle Scheinwerfer sind gegen Steinschlag durch Abdeckkappen geschützt, was bei den häufigen Naturstraßen unbedingt erforderlich ist. Foto: Mercedes-Benz Classic

 

Tausend Geschichten aus tausend Meilen: Die Mille Miglia ist eine herausragende Legende der Motorsportgeschichte. Heute zählt die Zuverlässigkeitsfahrt für Automobil-Enthusiasten aus der ganzen Welt zu den absoluten Höhepunkten im Rennkalender der historischen Automobilkultur. In diesem Jahr findet die Tausend-Meilen-Fahrt von Brescia nach Rom und zurück vom 15. bis 18. Mai 2014 statt. Mercedes-Benz Classic ist mit zahlreichen Originalfahrzeugen aus der Epoche der gewaltigen Kompressor-Rennsportwagen sowie mit Renn- und Seriensportwagen aus den 1950er-Jahren am Start. Am Steuer sitzen in diesem Jahr die Markenbotschafter Roland Asch und Bernd Schneider. Darüber hinaus nehmen private Sammler mit exklusiven Mercedes-Benz Fahrzeugen an der Mille Miglia teil.

Die Organisatoren der Mille Miglia richten 2014 neben der Rallye für Fahrzeuge, die in den Jahren 1927 bis 1957 an dem ursprünglichen Rennen teilgenommen haben, erstmals das Mercedes-Benz Tribute to Mille Miglia aus. Dieser sportliche Wettbewerb findet unter den Bedingungen der eigentlichen Mille Miglia auf derselben Strecke von Brescia nach Rom und zurück statt, die Fahrzeuge starten eine Stunde vor den Teilnehmern des Hauptfeldes. Ausgewählte Mercedes-Benz Fahrzeuge, die nicht an der Mille Miglia selbst teilnehmen dürfen, sind zum Tribute eingeladen. Das gilt beispielsweise für den 300 SL Roadster (W 198), für klassische Fahrzeuge der Baujahre zwischen 1958 und 1981 sowie ausgesuchte, nach dem Jahr 1981 gebaute Sportwagen. Unterstützt wird diese exklusive Ergänzung der Mille Miglia von Mercedes-Benz Italien.

Mille Miglia, Brescia in Italien, 12. bis 13. April 1930. Mercedes-Benz Typ SSK (W 06)  bei der Abnahme. Das Team Rudolf Caracciola / Christian Werner (rechts am Wagen) mit  der Startnummer 128 holt den Klassensieg der Wagen bis 8 Liter Hubraum. Foto: Mercedes-Benz Classic

Mille Miglia, Brescia in Italien, 12. bis 13. April 1930. Mercedes-Benz Typ SSK (W 06)
bei der Abnahme. Das Team Rudolf Caracciola / Christian Werner (rechts am Wagen) mit
der Startnummer 128 holt den Klassensieg der Wagen bis 8 Liter Hubraum. Foto: Mercedes-Benz Classic

 

Die Faszination des legendären 1000-Meilen-Rennens lässt Mercedes-Benz, alleiniger automobiler Hauptsponsor der Mille Miglia, auch mit Werken von Hans Liska lebendig werden. Rennplakate und Zeichnungen des bekannten Presse- und Werbezeichners werden mit zwei passenden Originalfahrzeugen in Szene gesetzt und verweisen damit auf die Ausstellung „Hans Liska erleben“. Die Schau mit Rennplakaten, Zeichnungen und anderen Arbeiten des berühmten Mercedes-Benz Grafikers Liska wird ab Anfang Juni im Museo Mille Miglia in Brescia gezeigt. Hans Liska hat insbesondere in den 1950er-Jahren die öffentliche Wahrnehmung der Mercedes-Benz Rennerfolge durch seine Darstellungen geprägt. Auch die Mille Miglia 1955 hat er in eindrucksvollen Bildern festgehalten.

Herausragende Mercedes-Benz Erfolge in den Jahren 1931 und 1955

Mercedes-Benz und die Mille Miglia gehören untrennbar zusammen. Insbesondere die Gesamtsiege in den Jahren 1931 und 1955 sind absolute Sternstunden in der Motorsportgeschichte der Stuttgarter Marke. Aber auch der Klassensieg von Rudolf Caracciola und Christian Werner bei der Mille Miglia 1930 auf Mercedes-Benz SSK und der 2. Platz im Gesamtklassement von Karl Kling auf 300 SL Rennsportwagen (W 194) im Jahr 1952 gehören zu den glänzenden Kapiteln der Rennsportgeschichte.

Seit 1927 wird die Mille Miglia von Automobilenthusiasten aus der toskanischen Stadt Brescia ausgetragen. Bei der vierten Auflage des Straßenrennens, das über 1.000 römische Meilen nach Rom und zurück führt, fährt Mercedes-Benz im Mai 1930 erstmals einen Klassensieg ins Ziel. Der mächtige Mercedes-Benz SSK Rennsportwagen von Caracciola und Werner macht Eindruck: „Sich seinen Weg durch den Staub bahnend, erschien Caracciola, der deutsche Meister, in seinem niedrigen, weißen Mercedes“, schreibt der Reporter der britischen Zeitschrift „Motor“ im Rennbericht, der am 15. April 1930 erscheint. Auf dem Rückweg liegt Caracciola auf der Höhe von Bologna auf dem 4. Platz und kommt schließlich auf der 6. Position liegend ins Ziel. Er gewinnt die Klasse der Wagen über 5 Liter Hubraum.

1931 gewinnt Caracciola auf Mercedes-Benz SSK als erster nicht-italienischer Rennfahrer die Gesamtwertung der Mille Miglia mit Wilhelm Sebastian als Kopilot. Vom 12. auf den 13. April liefert Caracciola am Steuer des SSK eine glänzende Vorstellung über 1.635 Kilometer Renndistanz. Er erzielt in dem Rennen von Brescia nach Rom und zurück 101,1 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit – erstmals in der Geschichte der Mille Miglia liegt dieser Wert über 100 km/h. Mitte der 1930er-Jahre erinnert sich Caracciola in seiner ersten Autobiografie „Rennen – Sieg – Rekorde“ an diese Leistung: „1.600 Kilometer auf staubigen Landstraßen, an Schluchten und Abgründen vorbei … durch scheußliche Korkenzieherkurven und Serpentinen; durch Städte und Dörfer und wieder über lattengerade Straßen mit 150, 160, 170 Kilometer Durchschnitt … eine Nacht und wieder einen Tag lang.“ Er erhält für seinen Sieg die Goldmedaille des Königs von Italien und den Pokal des Automobil-Clubs von Deutschland.

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Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kehrt Mercedes-Benz im Jahr 1952 mit dem neu entwickelten 300 SL Rennsportwagen (W 194) in den Motorsport zurück. Das erste Rennen, in dem der 300 SL mit seinen markanten Flügeltüren startet, ist die Mille Miglia. Am 3. Mai 1952 starten drei 300 SL in Brescia. Am 4. Mai kommt Karl Kling mit Hans Klenk auf dem 2. Platz ins Ziel, Rudolf Caracciola mit Beifahrer Paul Kurrle erreicht die 4. Position. Damit ist Mercedes-Benz im Jahr 1952 die einzige Marke, die gleich zwei Fahrzeuge unter den ersten fünf Wagen im Ziel vorweisen kann. Für Rennleiter Alfred Neubauer geht ein Traum in Erfüllung. „Es ist der Tag, an dem meine zweite Jugend beginnt“, erinnert sich der Rennleiter später.

„Mille Miglia“, das 1000-Meilen-Rennen von Brescia, 12. und 13. April 1931.  Rudolf Caracciola und Beifahrer Wilhelm Sebastian am Ziel mit Mercedes-Benz  Typ SSKL Rennsportwagen (Baureihe W 06 RS) in Brescia. Zum ersten Mal wird  ein Ausländer Gesamtsieger dieses berühmten italienischen Rennens. Foto: Mercedes-Benz Classic

„Mille Miglia“, das 1000-Meilen-Rennen von Brescia, 12. und 13. April 1931.
Rudolf Caracciola und Beifahrer Wilhelm Sebastian am Ziel mit Mercedes-Benz
Typ SSKL Rennsportwagen (Baureihe W 06 RS) in Brescia. Zum ersten Mal wird
ein Ausländer Gesamtsieger dieses berühmten italienischen Rennens. Foto: Mercedes-Benz Classic

 

1955 folgt der zweite Mille-Miglia-Gesamtsieg von Mercedes-Benz auf dem 300 SLR Rennsportwagen (W 196 S): Stirling Moss und sein Beifahrer Denis Jenkinson gewinnen das Tausend-Meilen-Rennen mit einem Durchschnittstempo von 157,65 km/h in der schnellsten jemals gefahrenen Zeit von 10:07:48 Stunden. Ein Rekord für die Ewigkeit. Den 2. Platz belegt Juan Manuel Fangio, der als Einzelfahrer startet und so den Doppelerfolg perfekt macht. Neben den 300 SLR Rennsportwagen erzielten auch die Seriensportwagen vom Typ 300 SL (W 198) einen herausragenden Erfolg bei der Mille Miglia 1955: Das Team John Fitch/Kurt Gesell siegt in der Gran-Turismo-Klasse über 1.600 Kubikzentimeter, gefolgt von den Mannschaftskollegen Olivier Gendebien/Jacques Washer und Salvatore Casella (Plätze 5, 7 und 10 im Gesamtklassement).

Nach dem Ende des ursprünglichen Straßenrennens, das 1957 zum 24. und letzten Mal stattfindet, bleibt die Legende der Mille Miglia höchst lebendig. Heute wird die Mille Miglia als Zuverlässigkeitsfahrt vom norditalienischen Brescia nach Rom und zurück ausgetragen. Auf den 1.000 Meilen erwarten die Teilnehmer zahlreiche anspruchsvolle Wertungsprüfungen. Zugelassen sind zu der exklusiven Veranstaltung ausschließlich Fahrzeugtypen, die bereits bei der Originalauflage des Straßenrennens am Start gewesen sind.

Juan Manuel Fangio (Startnummer 658) kurz vor dem Start zur Mille Miglia 1955 im Mercedes-Benz Typ 300 SLR Rennsportwagen. Foto: Mercedes-Benz Classic.

Juan Manuel Fangio (Startnummer 658) kurz vor dem Start zur Mille Miglia 1955 im Mercedes-Benz Typ 300 SLR Rennsportwagen. Foto: Mercedes-Benz Classic.

 

Neben den Rennsportwagen und Seriensportwagen von Mercedes-Benz trifft das unter anderem auch auf die Ponton-Limousine Mercedes-Benz 180 D zu: Helmut Retter und Wolfgang Larcher gewinnen mit dem W 120 die Diesel-Wertung bei der Mille Miglia 1955. Ein Jahr späten gewinnen Erwin Bauer / Erwin Grupp auf Mercedes-Benz 220 a (W 180) in der Klasse der serienmäßigen Spezialtourenwagen, in der weitergehende Modifikationen an Motor und Fahrwerk möglich sind.

Die Mille Miglia 2014 beginnt mit der Abnahme der Fahrzeuge und der Ausgabe der Dokumente vom 13. Mai bis zum Mittag des 15. Mai (Dienstag bis Donnerstag). Am Abend des 15. Mai starten die Teilnehmer ab 18 Uhr in Brescia zur ersten Etappe (228 Kilometer), die nach Padua und weiter nach Thermae Abano Montegrotto führt. Am 16. Mai (Freitag) geht es ab 7 Uhr auf der zweiten Etappe (710 Kilometer) nach Rom, wo die ersten Wagen gegen 22.30 Uhr eintreffen. In Rom startet das Feld der historischen Wettbewerbsfahrzeuge am 17. Mai (Samstag) ab 6.30 Uhr zur dritten Etappe (552 Kilometer) nach Bologna, die vierte und letzte Etappe (218 Kilometer) führt dann am 18. Mai (Sonntag) zurück nach Brescia. Insgesamt hat die Mille Miglia 2014 eine Länge von 1.708 Kilometer.

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