Bremen Classic Motorshow: Ivan Mahy erhält den Goldenen Kolben 2014

24. Januar 2014

Die Auszeichnung „Goldener Kolben“, eine Urkunde mit einem poliertem Motorkolben, erhält 2014 Ivan Mahy für seinen unermüdlichen Einsatz, eine einzigartige Fahrzeugsammlung möglichst weitgehend der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Seit 2006 würdigt das „Forum für Fahrzeuggeschichte“, kurz F-kubik, jedes Jahr auf der Bremen Classic Motorshow  eine Persönlichkeit für ihren besonderen Einsatz, authentische Fahrzeuggeschichte in ihrer Vielfalt zu recherchieren, zu dokumentieren und in der Öffentlichkeit zu präsentieren.


Ivan Mahy mitten zwischen seinen Schätzen. Foto: F-kubik

Ivan Mahy mitten zwischen seinen Schätzen. Foto: F-kubik

Ivan Mahy ist ein belgischer Oldtimer-Sammler, der rund 800 Fahrzeuge der väterlichen Sammlung aus dem sogenannten „Circus“ in Gent 1978 in eine Stiftung eingebracht  und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat. Seit 1997 wird dazu eine alte Textilfabrik ausgebaut. Im ersten Bauabschnitt waren dort rund 150, etwa weitere  100 Fahrzeuge im zweiten Bauabschnitt seit 2005 zu besichtigen. Der dritte Bauabschnitt ist vorbereitet.

 

Zu der gesamten Mahy-Sammlung gehören rund weitere 200 Fahrzeuge der Autoworld im Jubelpark von Brüssel, wofür die Mahy-Stiftung alljährlich eine Entschädigung erhält. Der Charme der damit über 1 000 Fahrzeuge umfassenden Sammlung liegt in der weitgehenden Originalität der Fahrzeuge: Patina ist Trumpf.

Teilansicht der Sammlung von Mahy. Bild: F-kubik

Teilansicht der Sammlung von Mahy. Bild: F-kubik

 

Die Sammlung „Mahymobiles“ im belgischen Leuze-en-Hinault etwa 75 Kilometer südwestlich von Brüssel hat insbesondere den Anspruch, die Begeisterung der Familie Mahy für das Auto mit allen Menschen zu teilen. Ghislain Mahy hat dazu mit seinen Söhnen Ivan und Hans Fahrzeuge aus allen Ländern und Epochen sowie alle Typen vereinigt: Pkw, Lkw, Motorräder, Fahrräder, Tretautos sowie einige Karossen und Schlitten.

 

In der Ausstellung sind nicht nur die Mobile zu bewundern. Es gibt außerdem Fahrgestelle, Motorschnitte, Getriebe und Aufhängungen, die im didaktischen Saal versammelt sind. Kinder können auf einer speziellen Strecke mit Tretautos die Regeln des Straßenverkehrs üben. Von Mechanik Besessene sollen in der Zukunft die Restaurierungswerkstatt besuchen können, im umgebenden etwa fünf Hektar großen Park soll es auch noch eine Teststrecke geben für Sammlerautos. Das Museum beinhaltet auch eine große Bibliothek von einem geschätzten Totalgewicht von etwa 35 Tonnen Automobil-Literatur.


Die Sammlung ist einzigartig und immer einen ausführlichen Besuch wert. Foto: F-kubik.

Die Sammlung ist einzigartig und immer einen ausführlichen Besuch wert. Foto: F-kubik.

Der 76-jährige Ivan Mahy hat sich dem Aufbau und der Pflege der weltweit einzigartigen Sammlung verschrieben und schon vor Jahren aus seinem Beruf als Automobil-Großhändler (zunächst DAF, Toyota und Jaguar, zuletzt Honda) zurückgezogen, um sich auf die Stiftung und ihren Auf- und Ausbau zu konzentrieren. Dabei haben ihn auch behördliche, organisatorische und finanzielle Nöte ebenso wenig abschrecken können wie eine immer wieder angegriffene Gesundheit.

Goldener Kolben

Der goldene Kolben ist eine Auszeichnung für besondere Leistungen zur Dokumentation der Fahrzeuggeschichte und ihrer Darstellung in der Öffentlichkeit. Seit 2006 werden Persönlichkeiten im Rahmen der Bremen Classic Motorshow von F-kubik ausgezeichnet.

2006: Günther Krön für die Wiederbelebung und Durchführung der historischen Fahrt „2000 km durch Deutschland“.

2007: Karl-August Almstadt für publizistische Leistungen als tv-Moderator und Publizist für autobild Klassik.

2008: Winfried A. Seidel als Initiator und Betreiber der Veterama sowie des Benz Museums in Ladenburg.

2009: Prof. Dr. Peter Kirchberg für seine langjährige Arbeit an der Universität Dresden und seine Dokumentation der Geschichte der Auto Union.

2010: Dipl.-Ing. Mag. phil. Wolfgang M. Buchta als Herausgeber und Chefredakteur von Austro-Classic.

2011: Karl Reese als Experten und einer der ersten Publizisten der Motorradgeschichte.

2012: Michael Graf Wolff Metternich als Interpret für die Maybach-Geschichte und entsprechende Veröffentlichungen.

2013: Erika Kübler für ihren selbstlosen Einsatz zum Erhalt des Lebenswerks des Künstlers und Designers Louis L. Lepoix.

F-kubik

steht für das „Forum für Fahrzeuggeschichte“, eine seit 2001 wirkende Gruppe von Fahrzeug-Historikern, Motorjournalisten und  Verlegern zur Stärkung der Bedeutung der Fahrzeuggeschichte in der Öffentlichkeit. Zur Gruppe zählen Eckhart Bartels, Lars Döhmann, Horst-Dieter Görg, Ulrich Knaack, Peter Kurze, Rainer Manthey, Halwart Schrader, Andy Schwietzer, Udo Stünkel und Hans-Joachim Weise. Neben anerkannten eigenen Veröffentlichungen oder Expertisen zu historischen Fahrzeugen bündeln sie ihr Fachwissen zur Fahrzeuggeschichte bei der Mitarbeit in Projekten der Industrie, öffentlichen Einrichtungen und privaten Sammlungen sowie bei Oldtimer-Veranstaltungen und -Messen wie der Bremen Classic Motorshow. Für die interessierte Öffentlichkeit wird alle zwei Jahre ein Symposium zur Fahrzeuggeschichte an wechselnden Orten durchgeführt. Weitere Informationen findet man unter www.f-kubik.de

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