Berlin erhält neues Zentrum für Oldtimer

23. Oktober 2013

Nicht nur das Meilenwerk in Berlin ist in einem historischen Gebäude untergebracht, denn Berlin ist einzigartig für seine Architektur aus der Zeit der Industrialisierung im 19. und 20 Jahrhundert. Ob frühe monumentale Werkshallen im Rundbogenstil, eindrucksvolle Ziegelarchitektur, Etagenfabriken aus Stahlbeton oder moderne, neue Sachlichkeit – eine Vielzahl alter Fabrik- und Produktionsanlagen prägt noch heute ganze Stadtquartiere und Ortsteile. Sie sind wichtige städtebauliche Denkmalorte und reichhaltige, architektonische Zeugnisse, an denen die wechselvolle Geschichte der Stadt unmittelbar lesbar ist. Eine dieser besonderen baulichen Ausdrucksformen der Industrialisierung ist die ehemalige Fahrzeugfabrik von F. G. Dittmann. Das denkmalgeschützte Ensemble mit eingeschossigen Montagehallen, repräsentativen Verwaltungsbau und Pförtnerhaus wurde von Bruno Buch als historisierender Backsteinbaut konzipiert und in den Jahren 1913/1914 erbaut. 

In der ehemaligen Fahrzeugfabrik F.G. Dittmann entstehen 83 Stellplätze für Liebhaberfahrzeuge. Foto: Auto Classic Club

In der ehemaligen Fahrzeugfabrik F.G. Dittmann entstehen 83 Stellplätze für Liebhaberfahrzeuge. Foto: Auto Classic Club

Der Auto Classics Club knüpft an die ursprüngliche Funktion und Tradition dieses Gebäudes an und richtet in den ehemaligen Produktionshallen 83 Stellplätze für Autoklassiker und Oldtimer ein. Nach aufwendiger Sanierung des Gebäudes in den vergangenen Monaten ist der historische Charme erhalten geblieben, so dass Architektur und Automobilkultur an diesem Ort inhaltlich eine perfekte Symbiose eingehen. Ob Mercedes Roadster, Volkswagen Transporter T1, Ford Thunderbird, BMW Isetta oder Vespa Primavera – auf 2.400 Quadratmetern können hier Eigentümer nicht nur ihre wertvollen Vintage-Cars fachgerecht und sicher unterbringen, sondern auch zahlreiche Dienstleistungen rund um das Fahrzeug wie Pflege, Beratung und Transport in Anspruch nehmen. An zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen im Jahr können sich Enthusiasten, Experten und Mitglieder im Auto Classics Club über das Kulturobjekt Automobil austauschen.

Jedwedes Problem rund um das Fahrzeug findet im Auto Classics Club seine Lösung. 2013 wurde der Club von Ralf-Otto Limbach mit dem Ziel gegründet, die fachmännische Unterbringungen wertvoller Fahrzeuge und Motorräder zu garantieren und das Wissen über dieses wertvolle Gut zu vermitteln – in einem entsprechenden Ambiente. Die Eröffnung in Berlin Wittenau ist die zunächst erste Location, weitere Standorte sind in Planung. 

Neben dem meilenwerk wird dieser Standort in der Lübarserstraße in Berlin-Wittenau ebenfalls auf Oldtimer fokussieren. Foto: Auto Classic Club

Neben dem Meilenwerk wird dieser Standort in der Lübarserstraße in Berlin-Wittenau ebenfalls auf Oldtimer fokussieren. Foto: Auto Classic Club

F.G. Dittmann wurde 1832 gegründet und erlebte Ende des 19. Jahrhunderts einen Aufschwung durch den Fahrzeugbau. 1922 erfolgte der Zusammenschluss mit der AG für Elektromobilfabrikation, um den Bau von elektrischen und Benzinkraftfahrzeugen, Motoren und Kraftwagenteilen zu erweitern. 1929 fusionierte das Unternehmen mit der Fabrik für Blechemballage O.F.Schaefer Nachf.AG. 1931 wurde ein Vergleichs- und Konkursverfahren eröffnet. Im Handbuch der deutschen Aktiengesellschaften ist F. G. Dittmann seit 1943 nicht mehr aufgeführt. Das Areal des Fahrzeugbauers wurde der Gewerbesiedlungs-Gesellschaft Berlin (GSG) 1976 in Form des Erbbaurechts vom Land Berlin übertragen und bis 1988 vollständig saniert.

Das Ambiente stimmt in der Fahrzeugfabrik F.G. Dittmann. Foto: Auto Classic Club

Das Ambiente stimmt in der Fahrzeugfabrik F.G. Dittmann. Foto: Auto Classic Club

Bruno Buch (1883 bis 1938) war Bautechniker und selbständiger Architekt, der vorwiegend in Berlin und Umgebung baute. Anfangs bediente er sich historisierender Stilmittel, nach dem Ersten Weltkrieg wurde seine Architektursprache klarer, kubischer und war zuletzt auch vom Bauhaus geprägt. Neben dem Gebäude der Fahrzeugfabrik der Firma F. G. Dittmann baute Bruno Buch weit über hundert Bauwerke – unter anderem den Flaschenturm der Engelhardt-Brauerei auf Stralau, die Groterjan-Brauerei beim Gesundbrunnen, die Fabrik Schlüterbrot-Bärenbrot sowie die Erweiterung der Sarotti-Fabrik in Tempelhof. 

Weitere Informationen unter www.autoclassicsclub.de.

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