Walter Röhrl im Opel Ascona 400, Waldegard im 500 SL beim ADAC Eifel Rallye Festival

23. Juli 2013

Beim ADAC Eifel Rallye Festival rund um das Städchen Daun wird Röhrl auf den Sohn seines Teamkollegen von damals treffen – Harri Toivonen wird mit einem 83er Manta 400 bestimmt ebenso unterhaltsam wie der Weltmeister unterwegs sein. Insgesamt kurven an diesem Juli-Wochenende 24 Opel – Ascona, Astra, Commodore, Kadett und Manta – durch die Vulkaneifel. Dabei bewegt der Chefredakteur der Fachzeitschrift Oldtimer Markt, Peter Steinfurth, gemeinsam mit einem Leser ein weiteres Fahrzeug aus der Geschichte von Walter Röhrl und Opel – jenen Ascona A aus dem Fundus von Opel Classic, mit dem Röhrl und Jochen Berger (1946 – 2010) souverän Europameister wurden. Schlanke 900 Kilogramm Leergewicht treffen beim heckgetriebenen Champion von 1974 auf saftige 206 PS, was für Spitzentempi jenseits der 200-Marke führt – auch auf Schotter wohlgemerkt.

Walter Röhrl feierte 1982 mit seinem Copiloten Christan Geistdörfer auf dem Opel Ascona 400 die Rallye-Weltmeisterschaft – als letztes Team auf einen heckgetriebenen Rennwagen gegen die übermächtige Allradkonkurrenz! Foto: Opel

Walter Röhrl feierte 1982 mit seinem Copiloten Christan Geistdörfer auf dem Opel Ascona 400 die Rallye-Weltmeisterschaft – als letztes Team auf einen heckgetriebenen Rennwagen gegen die übermächtige Allradkonkurrenz! Foto: Opel

In diesem Jahr steht das ADAC Eifel Rallye Festival unter dem Motto „40 Jahre Rallye-Weltmeisterschaft“. 160 Fahrzeuge aus fünf Jahrzehnten sind gemeldet. Dabei treten 75 verschiedene Typen von 33 Herstellern an. Traditionell beginnt das Festival am Donnerstag (25. Juli) mit einer Aufwärmrunde – dem so genannten Shakedown.

Das Team Röhrl/Berger startet wie 15 Jahre zuvor im Opel Ascona A am 21. Januar 1999 bei der Rallye Monte Carlo zur Tour nach Monaco. Foto: Opel

Das Team Röhrl/Berger startet wie 15 Jahre zuvor im Opel Ascona A am 21. Januar 1999 bei der Rallye Monte Carlo zur Tour nach Monaco. Foto: Opel

Der wird am berühmten „Manta-Loch“ rund um Brück ausgetragen wird. Dort lauert ein tiefer Chaussee-Graben zur Freude der Zuschauer auf übermutige Teams, der sich bei früheren Wettfahrten gerade für einige Opel Manta als tückische Falle erwiesen hat. Auf den Shakedown folgt am Freitag (26. Juli) die öffentliche Fahrzeugabnahme auf der Rallye-Meile in Daun. Danach geht’s über Schotterstrecken, Kuppen (Sprünge!) und durch Wasserläufe zum Rundkurs in Sarmersbach. Hier findet die erste Asphaltprüfung statt und das gleich bei Dunkelheit – die Zuschauer erleben live eine Nacht der langen Messer! Am Samstag folgen weitere Prüfungen auf festen Straßen quer durch die so wunderbar kurvenreiche Vulkaneifel.

Beim ADAC Eifel Rallye Festival  wird Mercedes-Benz Classic mit einem 500 SL in Rallyeausführung antreten. Gefahren wird er von Björn Waldegård, der 1980 auf einem Mercedes-Benz 500 SLC die Bandama-Rallye gewann. Unter dem Motto „Rallye zum Anfassen“ steht bei der Veranstaltung der Spaß für Zuschauer und Aktive im Vordergrund.

Die Rallyevariante des 500 SL auf Basis des Roadsters ist als Nachfolger für die Coupés vorgesehen, mit denen Mercedes-Benz damals im internationalen Rallyesport aktiv ist. Er wird für die Saison 1981 vorbereitet. Von ihm verspricht man sich aufgrund des kürzeren Radstands mehr Wendigkeit und Vorteile beim Handling. Als Spitzenfahrer verpflichtet die Marke mit dem Stern Walter Röhrl, der auch ausführliche Testfahrten absolviert. Doch zum Renneinsatz kommt das Fahrzeug nicht, weil Mercedes-Benz seine Rallyeaktivitäten noch vor Saisonbeginn zugunsten der Entwicklung von Serienfahrzeugen einstellt.

Björn Waldegård wird das Fahrzeug beim ADAC Eifel Rallye Festival 2013 artgerecht über die Sonderprüfungen bewegen. Der 1943 geborene Schwede war von den 1960er-Jahren an und bis in die 1990er-Jahre hinein im internationalen Rallyesport aktiv. Dreimal gewann er die Schweden-Rallye und die Safari-Rallye in Afrika. Zwei Siege bei der Rallye Monte Carlo und als Höhepunkt der Weltmeistertitel 1979 vervollständigen die Erfolgsbilanz. Für Mercedes-Benz fuhr Waldegård 1980 bei der Bandama-Rallye – offiziell als „Rallye Côte d’Ivoire“ bezeichnet – einen 500 SLC zum Sieg, die er im Jahr zuvor bereits als Zweiter beendet hatte. Heute beteiligt er sich regelmäßig am historischen Rallyesport.

165 historische Rallye-Fahrzeuge aus fünf Jahrzehnten werden das Eifel-Städtchen Daun zu einem Zentralort des historischen Rallyesports verwandeln. Erwartet werden mehr als 40.000 Besucher. Durchgeführt werden die Demonstrationsfahrten auf abgesperrten Sonderprüfungen nach den Standards der FIA (Féderation Internationale de l’Automobile), wenn auch ohne Zeitnahme – großer Rallyespaß scheint dennoch garantiert.

Mercedes-Benz 500 SL Rallye (R 107), 1981

Im Zuge der Rallyeaktivitäten in den Jahren 1979 und 1980 mit den SLC-Coupés der Baureihe 107 fasst Mercedes-Benz auch ein Engagement mit dem kürzeren und wendigeren Roadster ins Auge. Für die Saison 1981 werden vier Fahrzeuge vorbereitet. Der damalige Spitzenfahrer Walter Röhrl wird für den Rallyeeinsatz engagiert. Röhrl führt ausgiebige Testfahrten mit einem diesem Fahrzeug entsprechenden Mercedes-Benz 500 SL durch.

Zum Renneinsatz kommt der komplett entwickelte Rallye-R 107 nicht, weil Mercedes-Benz seine Rallyeaktivitäten noch vor Saisonbeginn einstellt. Foto: Daimler.

Zum Renneinsatz kommt der komplett entwickelte Rallye-R 107 nicht, weil Mercedes-Benz seine Rallyeaktivitäten noch vor Saisonbeginn einstellt. Foto: Daimler.

Für den Einsatz ist das Fahrzeug mit einer kürzeren Endübersetzung ausgestattet, die auf hohe Beschleunigung bei dann niedrigerer Höchstgeschwindigkeit ausgelegt ist. Um die Kraft des auf 320 PS leistungsgesteigerten V8-Motors auf die Fahrbahn zu bringen, erhält die Antriebsachse ein Sperrdifferenzial mit 80 Prozent Sperrwirkung, was zu spektakulären Driftwinkeln führt. Ein besonderes Merkmal des Motors M 117 ist seine große Zuverlässigkeit und Langlebigkeit.

Beeindruckend ist auch die für den Motorsporteinsatz unabdingbare Gewichtsreduktion von 1586 Kilogramm auf 1350 Kilogramm, trotz beispielsweise Sicherheitskäfig aus Aluminium-Rohren, Zusatzscheinwerfern und der weiteren Rallyeausrüstung. Auffallend ist auch die über einen stehenden Hebel zu betätigende Feststellbremse, die das „Anstellen“ des Wagens vor Kurven erleichtert. Zum Renneinsatz kommt das Fahrzeug jedoch nicht, weil Mercedes-Benz seine Rallyeaktivitäten noch vor Saisonbeginn einstellt.

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