Kurzer Bericht einer langen Woche

25. Juli 2010

Kurze Zusammenfassung einer langen Rallye-Woche:

Die 22. Neuauflage der klassischen Rallye 2000 km durch Deutschland begann am 10. Juli 2010. Erneut war das Messegelände in Hannover an diesem Tag Treffpunkt für die Oldtimerfreunde aus der Region. Ein Teilemarkt, Live-Musik mit Buddy & The Cruisers, die Vorführung historischer Autofilme sowie das mobile Mode-Outlet von Brands Paradise rundeten das Ganze ab. Das Highlight für die Oldtimerfreunde aus der Region war der Sparkassen-Prolog zur großen Deutschlandrallye, der wie im Vorjahr für alle Interessierten offen war. Für eine 120 Kilometer lange Strecke durch die Region in Richtung Südosten waren über 100 Fahrzeuge angemeldet.

Unter dem Expo-Dach der Deutschen Messe: Rallye- und Prolog-Teilnehmer


Bevor es über kleine Landstraßen durch die Hildesheimer Börde ging, war noch ein Rundkurs auf dem Messegelände als Gleichmäßigkeitsprüfung zu absolvieren. Die Veranstalter hatten diese Sonderprüfung als neuen sportlichen Anreiz in diesem Jahr eingerichtet. Für die Teilnehmer der ganzen Tour hieß es wie gewohnt aber auch, das Fahrzeug einer technischen Abnahme zu unterziehen. Dabei beeindruckte die Prüforganisation FSP durch ihre Kompetenz und entdeckte einige Mängel, die vom Pannenhilfsdienst des ACV, Automobil-Club Verkehr Bundesrepublik Deutschland, dem Schirmherrn der Veranstaltung, jedoch schnell in Ordnung gebracht werden konnten.

Horch 750 B: am Start zum Prolog


Die Temperaturen an diesem Samstag stiegen immer weiter. Als um 11 Uhr die ersten Fahrzeuge auf den Rundkurs und die Prolog-Strecke starteten, war die 30-Grad-Marke bereits überschritten. Mittags wurden über dem Asphalt dann Temperaturen von deutlich über 40 Grad gemessen – Anlass genug für den einen oder anderen, doch lieber das Freibad aufzusuchen. Pünktlich um 18 Uhr erfolgte dann die Siegehrung unter dem Expo-Dach, das wenigstens Schatten spendete.

Für die gut 50 Teams stand am Abend dann noch das Briefing für die Rallye auf dem Programm, denn am nächsten Morgen um 8 Uhr sollte das erste Fahrzeug starten. Mit einer bunten Mischung aus Motorrädern, Autos und zwei Oldtimerbussen wurde die 2000 km durch Deutschland ihrem Ruf als rollendes Museum gerecht.

Durchfahrtskontrolle in Salzkotten: mit vielen Zuschauern


Über Bennigsen, Eldagsen, Coppenbrügge, Hameln, Blomberg, Horn, Paderborn, Salzkotten, Erwitte und Soest rollte der Tross nach Hagen, wo die erste Mittagspause an den Elbers-Hallen nur kurze Zeit zum Verschnaufen ließ. Über Hamm, Ennigerloh, Harsewinkel, Gütersloh und Verl wurde dann das Hotel Klosterpforte in Marienfeld angesteuert. Die ersten 367 Kilometer Strecke waren geschafft. In der Halbzeitpause des Finalspiels der Fußball-Weltmeisterschaft wurden die Tagessieger geehrt.

Hotel Klosterpforte in Marienfeld: Ende der ersten Tagesetappe


Morgens um 8 Uhr waren die Motoren schon wieder in Bewegung: Start zur zweiten Etappe, die über Borgholzhausen und Melle nach Borkloh führte. Auf der Bergrennstrecke musste eine Gleichmäßigkeitsprüfung absolviert werden,

Gleichmäßigkeitspürüfung am Berg: warten auf den Start

bevor es über Georgs-Marienhütte, Osnabrück, Bramsche und Haselünne zum Besucherzentrum des Transrapid ging. Einige Kilometer später in Papenburg gab es dann die verdiente Mittagspause. Als dort die letzten Teilnehmer zur Weiterfahrt aufbrechen wollten, fegte eine Windhose über das Land, entwurzelte zahlreiche Bäume, richtete aber an den klassischen Fahrzeugen glücklicherweise keine Schäden an.

Pause vor dem Sturm: Mittagsrast in Papenburg


Der Spuk endete so schnell wie er gekommen war. Eine nachhaltige Abkühlung erfolgte leider nicht. Die Strecke führte weiter über Leer, Grossefehn, Wiesmoor, Zetel, Dangast, Varel, Rastede und Oldenburg ins Etappenziel Bremen, wo auf der Bürgerweide nach rund 390 Tageskilometern eine Zeitprüfung gefahren werden musste. Das Maritim-Hotel und seine Gastlichkeit sorgten für Linderung der von der Hitze geplagten Teilnehmer.

Auf der Bürgerweide in Bremen: Rallye-Fahrzeuge am Vorstart


Von der Hansestadt Bremen aus ging es am dritten Tag weiter über Zeven, Heeslingen und Buxtehude nach Hamburg, von wo nach einem kurzen Stopp im Museum Prototyp Mölln und Ratzeburg angesteuert wurden. Nach der Mittagspause am dortigen See standen Durchfahrtskontrollen in Gadebusch und Wismar auf dem Programm, das Ostseebad Rerik, Kühlungsborn, Heiligendamm und Warnemünde (Altstadt) lagen auf dem weiteren Weg, bevor nach einem kurzen Fährweg das Etappenziel Yachthafenresidenz Hohe Düne erreicht war. Nach knapp 330 Kilometern gab es abends ein üppiges Barbecue in der so genannten Bootshalle, um die herum die Oldtimer geparkt waren.

Erste Fährfahrt: über die Mündung der Warne


Zur Halbzeit am Mittwoch, dem 14. Juli, ging es etwas beschaulicher zu. Der Start in die Relax-Etappe um 10.30 Uhr erlaubte geruhsames Frühstücken. Auf dem Weg nach Zingst wurden Graal-Müritz und Wieck passiert.

Schatten war selten: Station in Zingst auf dem Darß

Über Barth und Schloss Schlemmin ging es dann nach Pütnitz zum sehenswerten Technik-Museum. Auf einem riesigen alten Militärgelände gab es auch viele zivile Personenwagen in enorm großen Hallen zu bewundern, und die abenteuerlustigeren Teilnehmer machten mit einem Schwimmpanzer einen Ausflug auf den See.

Technik-Museum in Pütnitz: Nur der Schwimmpanzer ging baden


Bei weiter anhaltender Hitze diente die Ostsee nach 145 Kilometern Strecke im Etappenziel als willkommene Erfrischung, bevor der Sommerabend in verschiedenen Restaurants rund um den Yachthafen genossen werden konnte.

Auf der fünften Etappe waren über 350 Kilometer zurückzulegen. Über Teterow, Schloss Teschow, Malchin, Schloss Schorssow und Schloss Ulrichshusen ging es nach Waren an der Müritz, aber erst nach der Durchfahrtskontrolle bei Schloss Klink stand in Fleesensee beim Robinsonclub die Mittagspause an.

Audi 100, Hanomag Kommißbrot, Porsche 356: Pause in Fleesensee

Weiter ging es durch die Mecklenburger Seenplatte über Röbel, Rechlin, Wesenberg, Rheinsberg, Neuruppin und Fehrbellin nach Potsdam. Am dortigen neuen Palais begrüßte das Meilenwerk die Teilnehmer mit einer Flasche Sekt. Anschließend fuhren die Oldies noch ins fünf Kilometer entfernte Seminaris-Hotel. Die Hitze ließ nicht nach.

Potsdam, Neues Palais: Empfang durch Meilenwerk Berlin


Schon früh um 7.30 Uhr senkte sich für die ersten erneut die Startflagge zur nächsten Etappe. Rund 420 Kilometer waren bis ins Ziel in Halle zu absolvieren. Wenige Kilometer nach dem Start setzten die Klassiker mit einer Seilzugfähre über den Templiner See.

Seilzugfähre Tussy 2: kurzer Weg über den Templiner See

Die Strecke führte weiter über Trebbin, Zossen, Mittenwalde und Kalinchen nach Brandt, wo die ehemalige Cargolifter-Halle und das heutige Tropical Island eine spektakuläre Kulisse bot.

Werner Kuhlbach und Erhard Lücking fuhren auf BMW-Motorrädern

Lübben und Lübbenau waren weitere Stationen auf dem Weg zur Mittgaspause in Cottbus. Hier kam das älteste Teilnehmerfahrzeug nicht mehr an: Auf gerader Strecke war das Fahrzeug vom Weg abgekommen und frontal gegen einen Straßenbaum geprallt. Der zum Glück nicht allzu schwer verletzte Fahrer musste ins Krankenhaus und der Hanomag Kommißbrot auf den Abschleppwagen.

Nach der Mittagspause im Lindner- Hotel führte der Weg über Schloss Branitz, Luckau, Herzberg, Jessen, Wittenberg und Oranienbaum auf den Marktplatz in der Innenstadt von Halle. Eine weitere Hitzeschlacht war geschlagen; da war es geradezu eine Erleichterung, dass der Himmel am nächsten Morgen zur Abwechslung mal nicht strahlend blau war.

Marktplatz in Halle: Hanomag 1,3 Liter startet in die Schlussetappe


Die rund 320 Kilometer lange Schlussetappe führte zunächst über Eisleben und Sangerhausen nach Stolberg in den Harz. Eine spektakuläre Bergstrecke wurde für eine weitere Gleichmäßigkeitsprüfung genutzt. Der Abstecher zum Josephskreuz blieb den Bussen zwar verwehrt, doch über den Marktplatz in Wernigerode durften sie dann wieder rollen. Aus der Fußgängerzone mit malerischen Fachwerkhäusern hinaus ging es noch zu einem kurzen Fotostopp bei der Harzer Schmalspurbahn.

Wernigerode im Harz: mit dem Oldie durch die Fußgängerzone


Nach weiteren Kontrollstellen in Schöppenstedt und Königslutter empfing die Autostadt in Wolfsburg den Rallyetross zur Mittagspause. Auf dem Weg dahin waren ein paar Regentropfen gefallen, die keinen wirklich störten. Die Gastfreundschaft von Volkswagen konnte leider nicht lange genossen werden, obwohl dort so viel Interessantes zu entdecken ist. Das Ziel lockte nun mit Macht, noch zwei letzte DKs standen in Ettenbüttel und Burgdorf auf dem Programm. Die niedersächsische Landeshauptstadt und rund 1000 Zuschauer empfingen das Feld ab 17 Uhr begeistert mit flotter Musik und viel Applaus. Nach einer letzten Zeitprüfung überreichte der erste Bürgermeister Bernd Strauch persönlich eine silberne Plakette mit dem eingravierten Neuen Rathaus. Die Organisatoren Lars Döhmann, Horst-Dieter Görg und Stephan Lützenkirchen beglückwünschten die stolzen Teilnehmer, die die Zuverlässigkeit von Mensch und Maschine wieder mal unter Beweis gestellt hatten.

Nach einer kurzen Verschnaufpause rollten die Oldtimer dann zum Messegelände oder dem Copthorne Hotel in Laatzen, Autos wurden auf Trailer verladen oder ein erstes Bierchen getrunken. Zur Siegerehrung war Franz-Georg Wolpert, Präsident des ACV, persönlich aus Stuttgart angereist. Er überreichte die Siegerpokale und hatte sichtlich Spaß an den gut gelaunten, aber auch ein wenig müden Rallyefahrern. Die Bar schloss gegen halb vier morgens…

5 Reaktionen

  1. Hans Baum August 5th, 2010 at 22:58

    Hallo Oldtimerfans,

    als oftmaliger Teilnehmer (Fahrer 10 x, Beifahrer 7 x) möchte ich allen Interessenten an der 2000 km mitteilen, daß die diesjährige Oldtimerrallye eine der schönsten und interessantesten war, an der wir teilgenommen haben.

    Die Beschreibung der Rallye im oberen Artikel ist nur ein kleines Spiegelbild dessen, was wir alles erlebt und gesehen haben.

    Wir, mein Fahrer Friedel Steffens und ich als Beifahrer bedanken uns recht herzlich bei dem Organisationsteam und Serviceteam, die die Veranstaltung in Organisation und Service ohne jeden Fehl gemeistert haben.

    Wir werden mit Sicherheit in 2011 wieder dabei sein.

    Bis dahin mit freundlichen Grüßen

    Hans Baum

  2. Lars Doehmann August 6th, 2010 at 06:59

    Hallo Hans,
    vielen Dank für die Komplimente. Das ist uns Ansporn, auch 2011 wieder eine vergleichbare Leistung zu erreichen.
    beste Grüße, Lars

  3. Hans Baum August 9th, 2010 at 13:26

    Hallo Lars,

    ich kann nur ehrlich wiedergeben, was wir erlebt und gesehen haben. Du weißt, daß ich genauso gut Kritik verteilen kann.

    Also – weiter so.

    Gruß Hans

  4. leon August 11th, 2010 at 16:37

    Hallo 2000km team
    Ich habe gerade mal die DKs gezählt – es waren 114 in dieser Woche.
    Um die bei einander zu bringen verdient Respect.
    Auch das team, das nacher alles aufräumen muss und die Dankeschön-Plakette verteilt.

    Freue mich auf ein Wiedersehen beim Oldtimer Grand Prix 2010

    grt Leon

  5. student grants Dezember 24th, 2010 at 22:32

    Superb blog post, I have book marked this internet site so ideally I’ll see much more on this subject in the foreseeable future!

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